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Ralf Boldt: „Was kostet eine Raumstation?“

Ralf Boldt bei einer Lesung von Hinterm Mond.

Ralf Boldt bei einer Lesung von „Hinterm Mond“.
Foto: Klaus Ortgies

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Edewecht (am) – Ralf Boldt aus Edewecht mag Science Fiction (SF). Dabei geht sein Interesse weit über das normale Maß eines Lesers oder Zuschauers hinaus. Er geht den Dingen auf den Grund. In seinem Sachbuch „Was kostet eine Raumstation? Ökonomische Themen in der Science Fiction“ betrachtet er die wirtschaftliche Seite der SF-Geschichten und bewertet sie.

„Die meisten Science Fiction-Autoren – dies gilt aber auch für Autoren anderer Genres – scheinen sich zunächst einmal keine Gedanken zum ökonomischen Umfeld in ihren Geschichten zu machen“, hat Ralf Boldt erkannt. Und dies sei meistens auch nicht notwendig. Aber der eine oder andere Leser von Science Fiction-Romanen und -Kurzgeschichten hätte sich vielleicht schon einmal gefragt, wie sich das Leben in der Zukunft abspielen könnte. Welcher Art von Berufstätigkeit gehen die Menschen nach? Oder müssen sie gar nicht mehr arbeiten? Wird das Geld abgeschafft? Was essen wir? Diesen Fragen ist der Autor nachgegangen.

Außerdem interessierten ihn die Details der Romane. Zum Beispiel fragt sich Boldt, wie viel der Transfer mit einem Schwebetaxi zum Raumbahnhof kostet. Wie viel kostet das Ticket zur Raumstation? Wer hat sie gebaut und wie wird sie unterhalten? Mit den Zahlen „Kosten für die Raumstation ISS“ (International Space Station) steigt der Autor in das Thema ein. Er sucht nach Wirtschaftsthemen in den SF-Filmen – und Romanen. Beispielsweise wird er bei „Perry Rhodan“ fündig. In diesen Romanen wird ein Volk beschrieben, dass sich dem Handel verschrieben hat: die Springer. Und der berühmte Gegenspieler Homer G. Adams hat immer ein Händchen für gute Geschäfte. Bei „Star Wars“ kümmern sich nur Kopfgeldjäger und Söldner um Geld. Während Arthur Dent, Ford Prefect, Zaphod Beeblebrox und Trillian MacMillan in „Das Restaurant am Ende des Universums“ („Per Anhalter durch die Galaxis“, Douglas Adams) mit fainianischen Popelperlen zahlen, ist die Star Trek-Währung goldgepresstes Latinum. Zahlreiche spannende Details hat der SF-Fan Boldt zusammengetragen und bewertet.

Was kostet eine Raumstation? Ökonomische Themen in der Science Fiction.

„Was kostet eine Raumstation? Ökonomische Themen in der Science Fiction“.
Foto: Christian Kruse

Der in Norden geborene Ralf Boldt ist nicht nur SF-Fan, er hat auch Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt der Angewandten Information studiert. Mit fachmännischen Blick schaut er auf die Science Fiction-Szenen, bietet einen Exkurs in die Wirtschaftslehre und die -theorien, um das neue Wissen seiner Leser auf das spezielle Genre anzuwenden.

Ralf Boldt ist neben seiner Tätigkeit als Autor auch Vorstandsmitglied des Science Fiction Clubs Deutschland (SFCD). Bisher veröffentlichte er die Ammerländer Zeitreisegeschichte „Der Temporalanwalt“, „Zu spät. Zehn phantastische Kurzgeschichten“ und die Anthologie „Die stille nach dem Ton und die anderen preisgekrönten SF-Kurzgeschichten des SFCD-Literaturpreises 1985–1998 und des Deutschen Science-Fiction-Preises 1999–2012“ (Ralf Boldt & Wolfgang Jeschke).

CreateSpace Independent Publishing Platform (25. Oktober 2015),
ISBN-13: 978-1518745928,
Taschenbuch: 238 Seiten,
auch als Kindle eBook verfügbar.

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