Kultur

Heiner Meemken erfüllt sich seinen Traum

Der Oldenburger Heiner Meemken veröffentlicht in diesem Monat seinen Roman Himmelrot.

Der Oldenburger Heiner Meemken veröffentlicht in diesem Monat seinen Roman „Himmelrot“.
Foto: privat

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Oldenburg/zb – Heiner Meemken hat allerhand erlebt und bewegt ehe er seine Leidenschaft, die Schreiberei, für sich entdeckt hat. Der 58-Jährige wuchs mit vier Geschwistern in Friesoythe auf, lebte lange Zeit in Oldenburg, verließ die Huntestadt für vier Jahre und kehrte jetzt zurück mit einem Roman in der Tasche, der am 14. Januar in die Buchhandlungen kommt. „Himmelrot“ heißt das Taschenbuch, das im Knauer Verlag München erscheint.

Eine Lektorin des Verlags entdeckte vor zwei Jahren Auszüge aus dem Roman auf Meemkens Homepage und die weckten ihr Interesse. Der Kontakt war schnell hergestellt und alles nahm seinen Lauf. Heiner Meemken ist gespannt, ein bisschen stolz aber vor allem zufrieden. Denn seit ein paar Jahren schreibt er täglich und würde die Schriftstellerei am liebsten zu seiner Hauptbeschäftigung machen. Dabei musste er nach der achten Klasse die Realschule wegen seiner Rechtschreibschwäche – er spricht von „festgestellter Dummheit“ – verlassen. Doch er hat immer an sich geglaubt und dementsprechend ist sein Werdegang, über den er ganz sicher auch ein Buch schreiben könnte.

Er lernte weiter und machte schließlich das Abitur, um Sozial- und Behindertenpädagogik zu studieren. Als er Vater wurde, die Beziehung nicht funktionierte und er alleinerziehend war, wurde der Druck größer. „Ich musste Geld verdienen“, erinnert er sich und besann sich auf seine künstlerischen Qualitäten. „Ich malte und hatte auch schon ausgestellt. Was lag da näher, als mich als selbstständiger Werbegrafiker zu betätigen. Schließlich brauchte man viel zeichnerisches Talent. Es wurde nicht wie heute überwiegend an Computern gearbeitet.“ So gründete er in Oldenburg seine eigene Agentur und hatte schnell rund 300 Kunden aus der Automobilbranche deutschlandweit.

„Ich war damals – vor allem als Mann – schon die Ausnahme. Andere gingen nach der Arbeit zusammen los, ich musste mich um mein Kind kümmern. Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, war nicht leicht.“ Aber Heiner Meemken schaffte es. Beruflich ging es immer weiter bergauf. Er wurde geschäftsführender Gesellschafter einer Hamburger Firma, die Kongresse und Fortbildungen für Apotheker betreut. Zudem gründete er einen Verlag für wissenschaftliche Publikationen.

Aus einem Spiel heraus entdeckte er zufällig die Schreiberei für sich. Er fing an, seine Geschichten aufzuschreiben und veröffentlichte einen ersten Roman und 2012 die Erzählung „Inseltage“, die mittlerweile in der vierten Auflage erschienen ist. „Ich habe schnell Blut geleckt und wollte unbedingt regelmäßig schreiben“, sagt er. Also verkaufte er seine Agentur, um mindestens vier Stunden täglich Zeit für die Schriftstellerei zu haben.

„Ich schreibe aus dem Bauch heraus und werfe auch mal 30 Seiten weg“, erzählt er. „Schreiben erfüllt mich, weil ich dabei versinken kann. Ich bin ruhiger geworden und fühle mich nach ein paar Jahren am Niederrhein in Oldenburg mit meiner Familie wieder sehr wohl. Von hier aus kann ich meine Arbeit in Hamburg, meine Schreiberei und auch die Erziehung meines mittlerweile dritten Sohnes sehr gut miteinander verbinden.“

Schreiben ist für ihn Erfüllung. „Natürlich muss ich mit meinen Büchern den Nerv der Leser treffen“, sagt er, „aber ich habe so viel erlebt und beobachtet, mir fallen viele Geschichten ein, die vermutlich auch andere interessieren, weil sie sich wiederfinden. Ich befinde mich also dauernd im Schreibprozess.“

Heiner Meemken hat das selbstständige Arbeiten gelernt. An Disziplin mangelt es ihm nicht und sein Leben im erzkatholischen Friesoythe, seine politische Studentenzeit, die vielen beruflichen Erfahrungen als Geschäftsmann und nicht zuletzt als alleinerziehender Vater haben ihn geprägt und mitunter auch verletzt. So steckt sein Roman „Himmelrot“ voller biografischer Einflüsse. Seine Figuren sind jedoch frei erfunden.

Für den 58-Jährigen hat sich ein Traum erfüllt. Der Verlag ist auf ihn zugekommen, veröffentlicht seinen Roman, der ab 14. Januar bundesweit in den Buchhandlungen zu finden ist. Der nächste ist übrigens längst in der Mache. Heiner Meemken gehen die Geschichten so schnell nicht aus und dann ist da ja noch die Geschichte mit seiner „festgestellten Dummheit“.

Heiner Meemken – Himmelrot

Der Roman „Himmelrot“ erzählt von dem engagierten Lehrer Klaus Wiesenbach, der nach einem psychischen Zusammenbruch und Alkoholentzug, am Scheideweg steht. In dieser Situation erreicht ihn die E-Mail seines todkranken Studienfreundes Rüdiger. Die beiden haben sich seit 25 Jahren nicht mehr gesehen und Rüdiger bittet Klaus, ein Treffen mit alten Freunden zu organisieren. Klaus macht sich auf die Reise durch ganz Deutschland, um die alten Weggefährten selbst aufzusuchen – und wird mit den Träumen und Idealen der Vergangenheit konfrontiert. Dabei stellt er sich tief verwurzelten Ängsten und gibt dadurch seinem Leben eine neue Richtung.

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