Filmfest: German Independence Award für „Variations on Violence“

Strahlende Gesichter nach der Preisvergabebei allen Geehrten zur Closing Night des 33. Internationalen Filmfestivals.
Foto: Volker Schulze
Böse Zungen behaupten, zum Filmfest Oldenburg kommen die Gäste nur der Partys wegen. Ob das stimmt oder nicht, ist nicht überliefert. Gefeiert wird dennoch viel und berechtigterweise besonders nach der Preisvergabe im Rahmen der Closing Night im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters. Eine Jury und das Publikum ehrten zahlreiche Filme und Akteure für ihre besonderen Leistungen. Den Hauptpreis, den German Independence Award, für den besten Film gewann Zachary Nichols für seinen Film „Variations on Violence“, ein kunstvolles und bewegendes Drama über einen amerikanischen Drohnenpiloten.
Seymour Cassel Award vergeben
Mit dem Spirit of Cinema Award wurde „Foreign Tongue“ von Boris Mojsovski gewürdigt, „The Joyless Economy“ von Marjorie Conrad gewann den Audacity Award. „Big Daddy’s Flowers“ von Matthew Osubor wurde mit dem Hans Ohlms Preis für den besten Debütfilm ausgezeichnet. „White Whiter Whitest Black“ von Michele Leonardi gewann den German Independence Award für den besten Kurzfilm. Zudem wurden Frank Mosley für „Jackrabbit“ und Gia Crovatin für „Murderous“ mit dem Seymour Cassel Award für ihre herausragenden schauspielerischen Leistungen geehrt.
Oldenburg einzigartig für Independent-Kino
In allen Ansprachen zu den Geehrten hoben die Jurymitglieder, mit Ken Meyer als Jurypräsidenten, die wichtige und wertvolle Arbeit der Independent-Filmemacher mit ihren Schauspielerinnen und Schauspielern hervor, die Enormes leisten. In diesem Zusammenhang lobten alle Rednerinnen und Redner, darunter Hollywood-Star Amanda Plummer, besonders das Oldenburger Filmfest mit seinem Alleinstellungsmerkmal als internationales Independent-Festival und seine Bedeutung für die unabhängige Branche.

Den wohl künstlerisch am schönsten gestalteten Preis überreichte Filmfestleiter Torsten Neumann (links) an Boris Mojsovski für seinen Film „Foreign Tongue“.
Foto: Volker Schulze
Die diesjährige Retrospektive war dem amerikanischen Regisseur und Dramatiker Neil LaBute gewidmet, dessen neuester Film „Murderous“ seine Weltpremiere im Globe Oldenburg feierte. Neben Neil LaBute war auch die Hauptdarstellerin Gia Crovatin zu Gast in Oldenburg. Mit einem Tribute wurde die Stuntfrau Zoë Bell geehrt. Über drei Jahrzehnte hinweg verwandelte sie die Tätigkeit des Stuntdoubles in eine eigenständige künstlerische Leistung und wurde selbst zum Star. Ihre Auszeichnung nahm sie persönlich in Empfang.
„Strange Neighbors“ zur Eröffnung
Eröffnet wurde das 33. Internationale Filmfest Oldenburg im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters mit der Weltpremiere von „Strange Neighbors“ von Mi Steinbach. In ihrem ersten Langfilm zeigt die Kamerafrau und Regisseurin in beeindruckenden Bildern ohne Worte die unberührte Fauna und Flora der künstlichen Insel Schwarztonnensand in der Elbe vor Hamburg.
Zuschauerzahlen stabil
„Die Zuschauerzahlen bleiben in den Festivalkinos und im Oldenburgischen Staatstheater wie im letzten Jahr bei konstanten 13.000 Besuchern“, so das Filmfest-Team in einer Pressemitteilung. Das sei ein erneuter Beweis dafür, dass das Publikum sich nach authentischer Kultur und originellen Filmen jenseits des Mainstreams sehnt und dass das Festival den leicht zugänglichen Streaming-Diensten standhalten kann. Nach den Gesprächen mit Generalintendant Georg Heckel berichtete Festivalleiter Torsten Neumann, dass auch die 34. Ausgabe des Festivals im Staatstheater stattfinden wird.
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