Kultur

De plattdüütsch Klenner 2016 druckfrisch

Stellten den Plattdüütsch Klenner 2016 vor: Rita Kropp (De Spieker und Redaktion), Stefan Meyer (Oldenburgische Landschaft und Redaktion), Elfriede Coburger (Redaktion) und Florian Isensee (Verleger).

Stellten den Plattdüütsch Klenner 2016 vor (von links): Rita Kropp (De Spieker und Redaktion), Stefan Meyer (Oldenburgische Landschaft und Redaktion), Elfriede Coburger (Redaktion) und Florian Isensee (Verleger).
Foto: Anja Michaeli

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Oldenburg (am) – „De plattdüütsch Klenner“ wurde runderneuert. Für das kommende Jahr liegt der neu gestaltete Kalender jetzt druckfrisch vor. Zusammen mit dem roten „Oldenburgischen Hauskalender“ bildet der blaue „Plattdüütsch Klenner“ die oldenburgischen Landesfarben Blau und Rot ab. Neben dem neuen Layout können sich die Leser über zusätzliche und moderne Inhalte freuen.

Zum zweiten Mal erscheint der einzige plattdeutsche Kalender des Oldenburger Landes im Isensee Verlag und im neuen Layout. Erhalten blieb das Schienfatt, das Scheinfässchen bzw. die Laterne, ein Symbol des Künstlers Bernhard Winter. Seit 1922 soll es den Weg durch die schwere Zeit nach dem I. Weltkrieg beleuchten.

Die Oldenburgische Landschaft und De Spieker, Heimatbund für niederdeutsche Kultur e.V., sind nach der Auflösung des Ollnborger Kring jetzt erstmalig alleinige Herausgeber des Kalenders. Nach einer abgespeckten Ausgabe im vergangenen Jahr wurde der Klenner für 2015 überarbeitet. „Wir haben die Kritiken ernst genommen“, so Stefan Meyer, Plattdeutschreferent der Oldenburgischen Landschaft.

Der Klenner enthält ein Kalendarium, in dem besondere Jahres- und die Namenstage enthalten sind und das für Notizen nutzbar ist. Daneben stehen mehr als 80 Texte, die von rund 40 Autoren geschrieben wurden. So umfassend das Alter der Schreiberinnen und Schreiber – von neun bis 90 Jahre – so abwechslungsreich kommen ihre Geschichten daher: Lyrisches, Sozialkritisches und Rezepte. Disco, Flüchtlinge und Science Fiction-Abenteuer und insbesondere die Natur sind einige der Themen. „Mit dieser Auswahl wollen wir auch Kinder und Jugendliche ansprechen, zum Beispiel für die plattdeutschen Lesewettbewerbe. ‚De plattdüütsch Klenner up dat Jahr 2016‘ ist ein alltagstauglicher Kalender, aber auch eine literarische Anthologie mit anspruchsvollen plattdeutschen Texten“, charakterisiert Stefan Meyer das neue Kalenderformat. Er habe durch die Anzeigen, die größtenteils auf Platt übersetzt wurden, Kultcharakter, betont der Verleger Florian Isensee.

Geschichte des Plattdüütschen Klenners

1901 erschien eine Sammlung mit dem Titel Mittheilungen aus dem Plattdüütsch Klenner nebst einer Zugabe in gleicher Mundart. Stefan Meyer von der Oldenburgischen Landschaft konnte eine der Zusammenfassungen für 25 Euro über das Portal ebay von einem süddeutschen Verkäufer ergattern – von großem Wert für den Sammler.

1901 erschien eine Sammlung mit dem Titel „Mittheilungen aus dem Plattdüütsch Klenner nebst einer Zugabe in gleicher Mundart“. Stefan Meyer von der Oldenburgischen Landschaft konnte eine der Zusammenfassungen für 25 Euro über das Portal ebay von einem süddeutschen Verkäufer ergattern – von großem Wert für den Sammler.
Foto: privat

„De plattdüütsch Klenner“ erschien zunächst von 1866 bis 1871 und wurde von dem aus Golzwarden stammenden Lehrer Theodor Dirks herausgegeben. „Mit der Gründung des Nationalstaates wollte jeder deutsch sein, das Interesse an Regionalem erlahmte“, so Isensee. Ein Jahr vor Dirks Tod erschien 1901 noch eine Sammlung mit dem Titel „Mittheilungen aus dem Plattdüütsch Klenner nebst einer Zugabe in gleicher Mundart“. Mit der Gründung des „Ollnborger Kring“ im Jahre 1921 erschien auch der „Plattdüütsch Klenner“ wieder, der in der Nachfolge des Dirkschen Klenners steht. Bis zum Jahr 1941 entstanden insgesamt 20 Ausgaben des erfolgreichen plattdeutschen Kalenders, der bedingt durch den Krieg sein Erscheinen einstellen musste. Die Wiederbelebung des plattdeutschen Kalenders im Jahr 1954 war dem Oldenburger Lehrer und plattdeutschen Dichter Heinrich Diers zu verdanken. Gemeinsame Herausgeber waren jetzt der Ollnborger Kring und De Spieker. „Der plattdeutsche Kalender spiegelt in seiner Erscheinungsweise ein Stück weit die Geschichte wieder“, so Isensee.

De Plattddüütsch Klenner up dat Jahr 2016,
rutgäven to’n 83. Mal, Rutgävers: De Spieker, Heimatbund für niederdeutsche Kultur e.V. un Oldenburgische Landschaft,
192 S., Abb.,
Isensee Verlag, Oldenburg 2015,
ISBN 978-3-7308-1198-6,
Preis: 5,95 Euro.

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