Ausstellung

„World Press Photo 15“ kommt nach Oldenburg

Für Dr. Rainer Stamm ist die Ausstellung eine Jugenderinnerung. Als Fotohistoriker hat er die ersten Kataloge von World Press Photo in seiner Sammlung. Er, Christiane Cordes und Claus Spitzer-Ewersmann wünschen sich, die Ausstellung regelmäßig in Oldenburg zeigen zu können.

Für Dr. Rainer Stamm (links) ist die Ausstellung eine Jugenderinnerung. Als Fotohistoriker hat er die ersten Kataloge von „World Press Photo“ in seiner Sammlung. Er, Christiane Cordes und Claus Spitzer-Ewersmann wünschen sich, die Ausstellung regelmäßig in Oldenburg zeigen zu können.
Foto: Anja Michaeli

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Oldenburg (am) – Gute Bilder bewegen uns, weil sie Gefühle wecken. Das gilt insbesondere für die Pressefotos, die von der World Press Photo Foundation ausgezeichnet werden. Ob sie auch im Gedächtnis bleiben, können die Oldenburger vom 20. Februar bis 13. März entscheiden, denn dann wird die Ausstellung der besten Pressefotos der Welt 2015 im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte gezeigt. Die Wanderausstellung kommt erstmals in den Nordwesten Deutschlands.

Die Ausstellung „World Press Photo 15“ war zuletzt in Barcelona, Tokio, Kapstadt und Rio de Janeiro zu sehen. Claus Spitzer Ewersmann (Mediavanti GmbH) hat sie zufällig in Singapore entdeckt. Gemeinsam mit dem Landesmuseum, durch die Förderung der Stadt Oldenburg und mit der Unterstützung zahlreicher Sponsoren ist es ihm gelungen, sie nach Niedersachsen zu holen. Insgesamt werden rund 150 preisgekrönte Fotos mit ausführlichen Erläuterungen zu Motiv und Fotograf im Dachgeschoss des Schlosses gezeigt.

Die Fotos der Ausstellungen zeigen spektakuläre Aufnahmen unter anderem aus Kriegsgebieten, dem Sport, der Natur und von persönlichen Erlebnissen. Die vielen preisgekrönten Motive „zeigen auf sehr prägnante Art und Weise die Umstände, unter denen wir Menschen leben – die Katastrophen und Konflikte, aber auch die heiteren Seiten“, so Claus Spitzer-Ewersmann. „Es sind zum Teil harte und schwere Fotos“, deshalb könne er Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren den Besuch der Ausstellung nicht empfehlen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir diese renommierte und weltweit anerkannte Ausstellung in unserem Hause zeigen dürfen“, erklärt Prof. Dr. Rainer Stamm, Leiter des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte. Die Räumlichkeiten im Dachgeschoss hätten sich bei vielen vorherigen Fotoausstellungen als würdiger Rahmen bewährt. „Oldenburg reiht sich ein in eine beeindruckende Liste an Städten, in denen die weltbesten Pressefotos in der Vergangenheit bereits präsentiert wurden“, freut sich auch Christiane Cordes, Leiterin des Amtes für Kultur und Sport der Stadt Oldenburg. Die Ausstellung sei ein guter Anker, denn politische Bildung und die Stärkung der Zivilgesellschaft solle in Oldenburg in den Fokus gerückt werden.

Der dänische Fotograf Mads Nissen wurde in diesem Jahr mit dem 10.000 Euro dotierten Preis als weltbestes Pressefoto des Jahres ausgezeichnet. Es zeigt ein schwules Paar in St. Petersburg und wendet sich damit gegen die Verfolgung von Homosexuellen in Russland.

Der dänische Fotograf Mads Nissen wurde in diesem Jahr mit dem 10.000 Euro dotierten Preis als weltbestes Pressefoto des Jahres ausgezeichnet. Es zeigt ein schwules Paar in St. Petersburg und wendet sich damit gegen die Verfolgung von Homosexuellen in Russland.
Foto: Mads Nissen

World Press Photo von Kacper Kowalski.

Foto: Kacper Kowalski

World Press Photo von Jerome Sessini.

Foto: Jerome Sessini

Die Ausstellung „World Press Photo 15“ wird am 19. Februar eröffnet. Im Rahmenprogramm zeigt das Cine k der Oldenburger Kulturetage vier Filme, die sich um die Pressefotografie drehen. Sonntags werden Matineen stattfinden, bei denen Fotografen zu Wort kommen. Eine Diskussionsrunde wird sich mit der Frage beschäftigen, wie weit Pressefotografen mit ihren Darstellungen gehen dürfen. Bei einem Matching-Event werden regionale Fotografen auf Unternehmer treffen. Samstags und sonntags werden Führungen geboten, zudem werden Sonder- und Themenführungen veranstaltet. Zur Ausstellung werden ein Katalog und ein Oldenburger Programmheft erhältlich sein.

Begleitet wird die Wanderausstellung auf entsprechenden Facebook-Seiten, über den Twitter-Account und einem Tumblr-Blog. Am 1. Weihnachtstag startet die Social Media-Aktionen mit einem Countdown und Informationen über die ehemaligen Award-Gewinner. Zurzeit wird eine App entwickelt, die ein digitales Gästebuch enthalten soll.

Für die Ausstellung, das Rahmenprogramm und die Social-Media-Aktivitäten stehen rund 35.000 Euro zur Verfügung.

World Press Photo Foundation

Die World Press Photo Foundation ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation mit Sitz in Amsterdam, wo sie 1955 gegründet wurde und mit dem Wettbewerb startete. Eingereicht wurden damals 310 Fotos von 43 Fotografen aus elf Ländern. Zehn Jahre später wurde die Wanderausstellung entwickelt und auf Weltreise geschickt. 2015 wollten 5692 Fotografen aus 131 Ländern mit 97.912 Fotos an dem Wettbewerb teilnehmen. 20 Prozent der Einreichungen wurden wegen Bildmanipulationen zurückgewiesen. Ausgezeichnet wurden 42 Fotografen aus 17 Ländern. In knapp 100 Städten sehen rund mehrere Millionen Besucher die preisgekrönten Fotos. Der Award wurde in diesem Jahr zum 58. Mal vergeben. Mehr Informationen gibt es unter www.worldpressphoto.org.

Update: Freitag, 19. Februar, 18.36 Uhr

Ein weiterer Artikel mit Infos zum Rahmenprogramm der Ausstellung ist an dieser Stelle erschienen.

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