Ausstellung

„Man Ray. Magier auf Papier“

Man Ray, Larmes, 1930, Silbergelatine Reprint, Griffelkunst.

Man Ray, Larmes, 1930, Silbergelatine Reprint, Griffelkunst.
Foto: Man Ray Trust Paris / VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Oldenburg (pm) Das Horst-Janssen-Museum Oldenburg zeigt bis zum 26. August die neue Sonderausstellung „Man Ray. Magier auf Papier“. Man Ray, ein amerikanischer Künstler mit osteuropäischen Wurzeln, fand in Paris seine Inspiration und seine Wirkungsstätte und gelangte zu Weltruhm. Als Maler, Fotograf, Filmemacher und Objektkünstler gilt er als einer der wichtigsten Vertreter des Dadaismus und Surrealismus.

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„Die Ausstellung umfasst etwa 140 Werke Man Rays: Neben rund vierzig Fotografien zeigen wir auch einige seiner weniger bekannten Zeichnungen, dazu eine Auswahl druckgrafischer Arbeiten, drei grafische Folgen, sowie sechs seiner Objekte“, sagt Antje Tietken, die Kuratorin der Ausstellung. Eine der eng mit Man Ray verbundenen Techniken – die nach ihm benannte „Rayographie“ – wird auf besondere Weise veranschaulicht, so Tietken weiter: „In einem eigens dafür gestalteten ‚Raum im Raum‘ können die Museumsgäste das Prinzip der Rayografie nachvollziehen und selbst Belichtungen vornehmen.“ Bei dieser Technik werden Gegenstände auf lichtempfindliches Fotopapier gelegt und verschiedenen Lichtquellen ausgesetzt. Die unscharfen Konturen dieser „Fotos ohne Kamera“ fanden bei den Dadaisten und später bei den Surrealisten großen Anklang. Der Dichter Jean Cocteau bezeichnete Man Ray gar als „Poeten der Dunkelkammer“. Eine weitere häufig verwendete Technik Man Rays ist die Solarisation, bei der die Fotos während des Entwicklungsprozesses ein zweites Mal belichtet werden. So entstehen suggestive Lichtränder um die einzelnen Motive.

Man Ray, geboren als Emmanuel Radnitzky, gab sich bereits 1909 seinen programmatischen Künstlernamen – eine Kombination aus „Mann/Mensch“ und „(Licht)Strahl“. Schließlich wurde er mit seinen Fotoexperimenten berühmt und wegweisend. „Man Rays Arbeiten hatten wesentlichen Einfluss auf die moderne Fotografie und die Filmgeschichte“, erklärt Dr. Jutta Moster-Hoos, Leiterin des Horst-Janssen-Museums. „In der Ausstellung werden die beiden wichtigen Kunstströmungen am Anfang des 20. Jahrhunderts, der Dadaismus und der Surrealismus, mit ihren vielfältigen Vernetzungen veranschaulicht.“ Bekannt wurden vor allem Man Rays inszenierte Porträtfotografien der künstlerischen Avantgarde im Paris der 1920er und 30er Jahre: etwa André Breton, Marcel Duchamp, Meret Oppenheim oder seine Geliebte, das Model Kiki de Montparnasse, und Lee Miller, seine Schülerin und Assistentin.

Vor allem die lebenslange Freundschaft mit Marcel Duchamp zündete immer wieder neue Ideen in Man Rays kreativer Arbeit. Er nutzte den Zufall als künstlerisches Prinzip, stellte einmal gefundene Motive und Ideen in unterschiedlichen Medien dar und schuf auch Auflagenobjekte davon. Mit Ausbruch des 2. Weltkriegs ging Man Ray zurück in die USA, wo er vor allem für große Modezeitschriften fotografierte. 1951 kehrte er nach Paris zurück, wo er häufig Ideen und Motive aus seinem Frühwerk wieder aufgriff, Variationen und Auflagen davon schuf.

Rahmenprogramm zu Man Ray

Zur Ausstellung gibt es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm, darunter die Mottoparty „Heute sind wir Dada!“ am Samstag, 11. August, ab 19 Uhr. Die Gäste können sich in eine Atmosphäre wie zu Zeiten des Dadaismus und des Surrealismus entführen lassen, wenn anlässlich der Ausstellung „Man Ray. Magier auf Papier“ gelesen, getanzt und gefeiert wird. Tanja Jahnz (Jazzkantine Bremen) gibt einen Crash-Kurs in Lindy-Hopp und bereichert die Party als DJane. Annika Blanke, Oldenburger Poetry-Slammerin, stellt sich dem Experiment, mit fünf Worten aus dem Publikum innerhalb von zehn Minuten einen Text zu kreieren – sei es Gedicht, Kurzgeschichte oder etwas ganz anderes. Außerdem gibt es Taschenlampenführungen durch die Ausstellung und eine Fotobox, um unvergessliche Momente des Abends festzuhalten. Tickets für „Heute sind wir Dada!“ gibt es ab sofort im Vorverkauf im Horst-Janssen-Museum für 7 Euro, ermäßigt 4 Euro (Abendkasse 8 Euro / ermäßigt 5 Euro).

Weitere Veranstaltungen gibt es unter www.horst-janssen-museum.de.

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