Augusteum: „Alte Meister“ in neuem Glanz

Das Augusteum mit seinen neuen Sichtachsen und den farblich unterschiedlichen Räumen präsentiert die Sammlung Alte Meister zur Freude von Rainer Stamm auf ganz neue Weise.

Das Augusteum mit seinen neuen Sichtachsen und den farblich unterschiedlichen Räumen präsentiert die Sammlung „Alte Meister“ zur Freude von Rainer Stamm auf ganz neue Weise.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) – Nachdem gut ein Jahr Handwerker die Hoheit über das denkmalgeschützte Augusteum an der Elisabethstraße in Oldenburg hatten, besitzt Dr. Rainer Stamm, Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte, wieder die Schlüsselgewalt über das Haus mit einer Ausstellungsfläche von insgesamt 620 Quadratmetern. Am 1. Dezember ist das Haus feierlich wiedereröffnet worden und nicht wiederzuerkennen.

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Das 1867 als erstes Kunstmuseum in Oldenburg eröffnete Gebäude war dringend sanierungs- und modernisierungsbedürftig. 1,68 Millionen Euro wurden investiert, und das Ergebnis ist beeindruckend. So wurde der alte Holzfußboden vom Nadelfilz befreit, Kassettendecken entfernt, Fenster und Lichttechnik erneuert und das Haus mit Klima- und Brandschutztechnik versehen.

Im 270 Quadratmeter großen Erdgeschoss ist jetzt die Dauerausstellung die Sammlung „Alte Meister“ zu sehen. Rund 100 Werke, darunter internationale Spitzenstücke, sind dort platziert. Vor allem wird jetzt deutlich, über welche Kunstschätze das Museum verfügt. Es sind beeindruckende Sichtachsen entstanden und die Bilder wirken vollkommen anders als zuvor. Dass jetzt weniger Werke gezeigt werden, kommt der Dauerausstellung zugute. Sie wirkt leichter und luftiger – nicht zuletzt auch wegen der farblich unterschiedlich gestalteten vier Räume.

Stamm freut sich auf völlig neue und eben zeitgemäße Präsentationsformen. „In solch einer Umgebung kommen die Werke endlich angemessen zur Geltung“, sagt er beim Rundgang durch die neuen Räumlichkeiten. So manch ein Werk ist gar darunter, wofür sich Museen in der ganzen Welt interessieren. Dazu gehört unter anderem „Amor und Psyche“ von Bartholomäus Spranger. Das New Yorker Metropolitan Museum interessierte sich dafür und zeigte es im Rahmen einer Ausstellung. Die Öffentlichkeit kann ab sofort die neu gehängte Dauerausstellung ansehen. Und selbst jene, die sich nicht so sehr für die Kunst interessieren, sollten einen Blick in die neuen Räumlichkeiten werfen. Sie sind sehenswert.

Im zweiten Halbjahr 2016 soll das Obergeschoss mit einer Sonderausstellung bespielt werden. „Wegen des mangelhaften Zustandes des Augusteums ist es uns nicht mehr gelungen, bedeutende Bilder oder gar ganze Ausstellungen nach Oldenburg zu holen“, berichtet Stamm. Die Leihgeber fürchteten um ihre Leihgaben. Das wird sich ab sofort ändern, weil das Museum nun über alle nötigen Voraussetzungen für Leihgaben verfügt. Von der Sicherheit bis hin zum Raumklima ist alles auf dem neuesten Stand.

Kunstinteressierte werden sich künftig auf interessante Sonderausstellungen freuen können. So wird im neuen Jahr die Kunst des Expressionismus gezeigt. Dazu bekommt das Augusteum Leihgaben des Berliner Brücke Museums, das für die Kunst des Expressionismus und der Künstlergruppe „Brücke“ bekannt ist.

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