Kultur

Augusteum beendet seinen Dornröschenschlaf

Klaus Wieting und Dr. Rainer Stamm zeigten der Ministerin Gabriele Heinen-Kljajić das Augusteum mit seinem außergewöhnlichen Treppenhaus.

Klaus Wieting und Dr. Rainer Stamm (von links) zeigten der Ministerin Gabriele Heinen-Kljajić das Augusteum mit seinem außergewöhnlichen Treppenhaus.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg/zb – Noch in diesem Jahr fällt der Startschuss für die Sanierung des Augusteums in Oldenburg. Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić, hat das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte besucht und grünes Licht für die Modernisierung gegeben.

Bis 1981 war das Museum zweckentfremdet. Davon zeugen bis heute weiße Kassettendecken und Auslegeware. Zwischen wertvollen Gemälden ragen zudem Leitungen empor, die elektrische Anlage ist vollkommen veraltet, die Fenster sind marode und provisorisch verhängt, um die Bilder vor zu grellem Außenlicht zu schützen. Außerdem mangelt es an moderner Sicherheitstechnik, Brandschutz sowie einer Klima- und Lichtanlage. „Die Optik verrät das Jahrzehnt. Hier herrscht der Charme der 1970er und 80er Jahre“, fasste die Ministerin den Zustand zusammen, die sich von dem Bau beeindruckt zeigte und mit der 1,6 Millionen Euro kostenden Sanierung das Kunst- und Kulturangebot des Landes bereichern will. „Schließlich hat das Augusteum eine überregionale Bedeutung“, stellte sie klar.

Allerdings ist es dem Haus, das 1867 erbaut wurde, in der Vergangenheit aufgrund seines Zustandes nicht mehr gelungen, bedeutende Bilder oder gar ganze Ausstellungen nach Oldenburg zu holen. „Das ist ein maßgeblicher Grund, weshalb potenzielle Leihgeber abwinken. Sie würden grundsätzlich gern mit uns zusammenarbeiten, sind angesichts dieser Mängel aber nicht bereit, uns ihre Werke anzuvertrauen“, berichtete Museumsdirektor Dr. Rainer Stamm.

Mit der Instandsetzung wird voraussichtlich noch in diesem Jahr begonnen. Die Fußböden werden freigelegt, um die Dielen wieder zum Vorschein zu bringen. Das Haus erhält Brandschutz, Sicherheitstechnik sowie eine Klima- und Lichtanlage. Außerdem werden alle Fenster saniert und doppelt verglast. Die schönen hohen Decken werden von den Kassetten befreit, so dass großformatige Bilder angemessen präsentiert werden können.

Das Land beteiligt sich mit 400.000 Euro an den Kosten, die EU gibt 750.000 Euro, eine verbindliche Zusage über 200.000 Euro aus dem Denkmalschutzprogramm III des Bundes liegt ebenfalls vor. Das Museum selbst will 250.000 Euro einwerben. „Ich bin zuversichtlich, dass das klappt“, meinte Stamm.

Gegenwärtig wird das Haus geräumt. Die Bilder werden nach und nach ins Depot gebracht. Danach übernehmen die Handwerker die Herrschaft über das Gebäude. Stamm, der eng mit der Denkmalpflege kooperiert, rechnet mit der Eröffnung Anfang 2015. „Die Sanierung wird schneller gehen, aber wir müssen anschließend das perfekte Raumklima herstellen. Das nimmt einige Zeit in Anspruch, klärte er auf.

„Unser Hauptziel ist ein attraktives Museum mit moderner Hängung und allen dazu notwendigen technischen Voraussetzungen“, erklärte Heinen-Kljajić. „Weil das Land nicht im Geld schwimmt, wird auf die Kosten genau geachtet und nichts unternommen, was nicht notwendig ist“, machte sie deutlich. Stamm sprach von einer „tollen Nachricht, die dem Landesmuseum neue Perspektiven eröffnen“.

Die Ministerin freut sich schon auf den Eröffnungstag und wird anwesend sein, versprach sie. „Dann wird sie einen Galeriebau vorfinden, der die Bilder zum Strahlen bringt“, ist Stamm überzeugt. Im oberen Geschoss werden Kunstinteressierte wieder die Großherzogliche Gemäldegalerie antreffen. Im unteren Gebäudeteil wird es Wechselausstellungen geben.

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