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Stadtmuseum: Virtueller Rundgang durch historische Villen

Screenshot aus dem virtuellen Rundgang mit einem Archivbild aus der Gründungszeit des Stadtmuseums.

Screenshot aus dem virtuellen Rundgang mit einem Archivbild aus der Gründungszeit des Stadtmuseums.
Foto: Stadt Oldenburg / Stadtmuseum

Oldenburg (pm) Die historischen Villen des Stadtmuseums Oldenburg können jetzt auch in einem virtuellen Rundgang betrachtet werden. Anlass dafür ist der Digitaltag des Deutschen Städtebundes, der am Freitag, 19. Juni, stattfindet. Unter dem Link oldenburg-service.de/digitalertag macht der Rundgang die wichtigsten Ausstellungsräume einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und stellt die Sammlung von Museumsgründer und Mäzen Theodor Francksen (1875 bis 1914) in den Mittelpunkt, die Teil der heutigen Dauerausstellung des Museums ist.

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„Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, die Digitalisierung in allen Lebensbereichen voranzutreiben. Im Museumsbereich gibt es noch viel Potential, wie dieses Angebot – im Rahmen des Projekts „Digitale Lernlabore“ der Stadt Oldenburg – beispielhaft zeigt. Der virtuelle Rundgang ist eine gute und barrierearme Ergänzung des Angebots vor Ort, denn er öffnet das Museum für alle Bürgerinnen und Bürger“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Geplant sind daher auch digitale Angebote für die Schließzeit und die Bauphase des neuen Stadtmuseums, in der auch die Villen saniert werden.“

Der Rundgang bietet nähere Informationen zu ausgewählten Objekten sowie alte Fotografien, die einen Eindruck vermitteln, wie die Gebäude am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts aussahen. Er wird zusätzlich an verschiedenen Standpunkten durch Tonmaterial des Audioguides der Ausstellung erzählerisch untermalt. Zudem erlaubt das virtuelle Format vor allem auch weniger mobilen Museumsgästen einen engeren Kontakt mit den Objekten und Räumlichkeiten, als dies vor Ort möglich wäre, da die denkmalgeschützten Gebäude nur in Teilen barrierefrei sind.

Die historischen Villen des Stadtmuseum

Theodor Francksen hatte Zeit seines Lebens kunst- und kulturgeschichtliche Objekte wie Statuen, Porzellane, Gemälde und Mobiliar gesammelt, die den Grundstein für die heutige Dauerausstellung gelegt haben. Mit den historischen Villen hat sich ein einzigartiges Raumensemble mit insgesamt 20 Zimmern erhalten, die nach verschiedenen Stilen vom 17. bis zum 20. Jahrhundert eingerichtet sind. In jedem Raum gibt es eine Vielzahl an Objekten und Details zu entdecken, wie etwa im reich verzierten, in Weiß und Gold gehaltenen Weißen Salon im Stil des Rokoko. Ein Gegenstück bildet die Rote Halle mit rustikalem Eichenparkett, Kassettendecke und bleiverglasten Fensterdekorationen. Beeindruckend ist auch das Jugendstil-Arbeitszimmer des Museumsgründers, dessen Bilderschmuck sich zwischen der Liebe zur heimatlichen, norddeutschen Region und der Sehnsucht nach Italien bewegt.

Zur technischen Umsetzung

Für den Rundgang durch die Villen wurden 360 Grad-Sphärenaufnahmen gemacht. Die Kamera arbeitet mit zwei um 180 Grad versetzten sogenannten Fischaugenobjektiven. Dadurch wird mit nur einer Aufnahme der gesamte Raum erfasst, ohne dass eine nennenswerte Nacharbeitung erfolgen muss. Die Auflösung für eine Aufnahme liegt im Maximum bei 5376 mal 2688 Pixeln. Die virtuelle Tour durch die Villen setzt sich aus 29 Einzelbildern zusammen. Die Detailaufnahmen wurden mit einer Systemkamera selbstständig geschossen, zusätzlich wurde auf Archivmaterial sowie auf Pressefotos zurückgegriffen.

Das Projekt „Digitale Lernlabore“

Die Relevanz des Ausbaus digitaler Formate, um Bürgerinnen und Bürgern weitreichende, barrierefreie Angebote bieten zu können, hat Covid-19 aufgezeigt. Hierbei müssen das digitale Angebot und die Förderung digitaler Kompetenzen in der Bevölkerung Hand in Hand gehen. Das durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) geförderte Projekt „Digitale Lernlabore“ der Stadt Oldenburg hat genau dies zum Ziel. Im Rahmen des Projektes werden neue digitale Teilhabeformate entwickelt und gleichzeitig Veranstaltungen umgesetzt, um digitale Kompetenzen der Bürgerinnen und Bürger zu fördern. Der Bereich Civic Data Lab, der sich hauptsächlich mit dem Bereich digitale Kompetenzen auseinandersetzt, nutzt vier Bausteine, um diese gezielt weiterzuentwickeln. Unter anderem werden digitale Schnitzeljagden entwickelt und durchgeführt, IT-Lotsinnen und -Lotsen ausgebildet, Hackathons veranstaltet und in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Oldenburg die historischen Gärten der Francksen-Villen durch Augmented Reality erfahrbar gemacht.

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