Wirtschaft

IHK: Trübere Konjunkturaussichten

Björn Schaeper, Jochen Müller, Jan Mohrmann und Joachim Peters stellten heute die IHK-Konjunkturumfrage vor.

Björn Schaeper, Jochen Müller, Jan Mohrmann und Joachim Peters (von links) stellten heute die IHK-Konjunkturumfrage vor.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg / zb – „Augenblicklich ist die Konjunkturlage im Oldenburger Land gut. Die Frage ist bloß, wie lange noch“, fasst Dr. Joachim Peters, Hauptgeschäftsführer der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK), das Ergebnis der heute vorgestellten Konjunkturumfrage im Kammerbezirk zusammen. Noch herrscht bei 85 Prozent der Befragten Zufriedenheit, doch beim Blick in die Zukunft macht sich unter den 500 befragten Unternehmen Skepsis breit.

Insbesondere das Verkehrs- und Dienstleistungsgewerbe erwartet eine schwächere Konjunktur und somit schlechtere Geschäfte. So rechnen 23 Prozent mit einer eher ungünstigere Lage für 2016, während 21 Prozent eher optimistisch sind. Der Rest geht von gleichbleibenden Verhältnissen aus. Im Vorquartal waren die optimistischen Stimmen in der Mehrheit. Auch der IHK-Konjunkturklimaindex, der sich aus den Einschätzungen zur aktuellen und erwarteten Geschäftsgrundlage zusammensetzt, fällt um drei Zähler auf 110 Punkte. Anfang 2012 erreichte er 125 Punkte.

Peters wies zudem darauf hin, dass die VW-Abgasaffäre erst zur Mitte der Konjunkturumfrage öffentlich geworden sei. „Deshalb bleibt abzuwarten, ob sie sich für den Kammerbezirk stärker auswirkt.“ Grundsätzlich hätten die Unternehmen mit ihrer subjektiven Wahrnehmung in der Vergangenheit immer richtig gelegen, berichtete er weiter. „Ihre Einschätzungen haben sich stets in hohem Maße bewahrheitet.“

Bezüglich der Beschäftigung gehen die Befragten in den kommenden Monaten von stabilen Verhältnissen aus. Lediglich der Fachkräftemangel wird beklagt. Das heißt, einige Unternehmen würden gern qualifiziertes Personal einstellen, doch das ist auf dem Arbeitsmarkt nicht zu finden. Stabil bleibt laut Umfrage auch das Investitionsvolumen. Jeder vierte Betrieb geht von einem höheren Investitionsvolumen aus, „wobei hier vor allem Ersatzbedarf an erster und Rationalisierung an zweiter Stelle genannt wurden“, berichtet Björn Schaeper, IHK-geschäftsführer für den Bereich Wirtschaftspolitik. „Kapazitätserweiterungen folgen erst an dritter Stelle.“ Insgesamt sei das Investitionsniveau zu gering, um damit einen nachhaltigen Aufschwung zu bewirken, gab Peters zu bedenken. „Das schwache Wachstum in Europa und zahlreichen Schwellenländern spielt eine Rolle bei der Zurückhaltung der Unternehmen“, meint Peters.

Jochen Müller, Geschäftsführer der Müller Möbelwerkstätten in Bockhorn, sowie Jan Mohrmann, Geschäftsführer der SWMS Systemtechnik Ingenieurgesellschaft Oldenburg, blicken hingegen positiv in die wirtschaftliche Zukunft. Sie betonten lediglich, dass die Digitalisierung eine immer wichtigere Rolle spiele und die Unternehmenschancen verbessere. Angesichts schnellerer Entwicklungszyklen müssten Unternehmen diesbezüglich unbedingt am Ball bleiben und entsprechend investieren.

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