Wirtschaft

Hohe Ausbildungsbereitschaft in der Region

Die HWK Oldenburg hat eine Qualitätsinitiative für ausbildungswillige Betriebe gestartet.

Die HWK Oldenburg hat eine Qualitätsinitiative für ausbildungswillige Betriebe gestartet.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg (zb) – Die Ausbildungsplatzchancen für Jugendliche im Bezirk der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven haben sich in den vergangenen zwölf Monaten verbessert. Das erklärte Ullrich Thies, operativer Geschäftsführer der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven, der heute die neuesten Zahlen bezüglich des Ausbildungsmarktes vorgestellt hat.

5176 Ausbildungsstellen sind im Zeitraum 1. Oktober 2013 bis Ende September sind der Arbeitsagentur gemeldet worden. Parallel dazu haben sich 6656 Jugendliche zur Vermittlung einer Ausbildungsstelle gemeldet. Das waren 128 weniger als im Vorjahreszeitraum. 219 Bewerber sind unversorgt geblieben, das entspricht 60 bzw. minus 21,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Es sei insgesamt eine hohe Ausbildungsbereitschaft zu beobachten, stellte Thies fest. Allerdings räumte er ein, dass lediglich 45 Prozent aller ausbildungsberechtigten Betriebe kontinuierlich ausbilden würden.

In der Geschäftsstelle Brake wurden 254 Ausbildungsstellen gemeldet, davon blieben zehn unbesetzt. Umgekehrt gab es 450 Bewerber, sieben blieben unversorgt. In Nordenham lag die Zahl der Ausbildungsstellen bei 260, 19 blieben unbesetzt. Dem gegenüber standen 443 Bewerber, zehn von ihnen blieben unversorgt. Ein Teil von ihnen besucht weiterführende Schulen bzw. hat sich auf eigene Faust eine Ausbildungsstelle gesucht.

Bereits im Winter würden schon die ersten Ausbildungsverträge für das nächste Jahr unterschrieben, sagte Thies weiter und riet Jugendlichen, sich im Vorfeld sehr genau über ihre Wunschberufe auch in Form eines Praktikums zu informieren. Bei der Berufswahl sollten auch Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten eine Rolle spielen, rät er den jungen Leuten. Auch eine gewisse Flexibilität gehöre bei der Lehrstellensuche dazu. Deshalb sollten sich die Bewerber nicht nur einen Beruf in die engere Wahl ziehen.

„Das Handwerk hat sich behauptet“, erklärte Wolfgang Jöhnk, Bildungsreferent bei der Handwerkskammer (HWK) Oldenburg. „Wir haben erneut die guten Ergebnisse des Vorjahres erreicht. So wurden 2944 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Insbesondere die Wesermarsch habe die Verluste aus dem vergangenen Jahr wieder wettgemacht. „Nur wer ein attraktiver Ausbilder ist, hat im Wettbewerb weiterhin eine gute Position“, ist Jöhnk überzeugt. Deshalb habe die HWK Oldenburg eine Qualitätsoffensive für ausbildungswillige Betriebe gestartet.

Stefan Bünting, stellvertretender Abteilungsleiter für Aus- und Weiterbildung bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK), berichtet von 4282 abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Das waren 115 weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Fachkräftebedarf sei zwar hoch, jedoch stünden nicht genug geeignete Bewerber zur Verfügung, meinte Bünting. „Außerdem wächst der Konkurrenzdruck unter den Ausbildungsbetrieben. Deshalb stellen sich immer mehr Betriebe neu auf, gehen auf Messen, um sich jungen Leuten zu präsentieren. Zudem schaffen sie zusätzliche Anreize wie Übernahmegarantien.“

Im landwirtschaftlichen Bereich ist die Ausbildungssituation unverändert gut. Edda Albers, Leiterin des Fachbereichs Aus- und Fortbildung bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, berichtet von 6000 Ausbildungsverhältnissen niedersachsenweit. „Es gibt nur noch vereinzelt freie Plätze“, sagt sie und beobachtet, „dass Azubis innerhalb der Probezeit durchaus noch den Betrieb wechseln.“ Auffallend hoch war die Nachfrage nach Ausbildungsstellen zum Landwirt. Von 40.000 landwirtschaftlichen Betrieben bilden fünf Prozent kontinuierlich aus, berichtete sie abschließend.

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3 Kommentare

  1. Mann
    30. Oktober 2014 um 21.02

    Ausbildung zum Landwirt klingt doch vernünftig. Noch vernünftiger ist vielleicht Land- und Baumaschinen-Mechatroniker/-in oder Automatisierungs-Elektroniker. Dreher, Schweissser, Elektroniker oder Programmierer sind auch nicht schlecht. Eine wertvolle Ausbildung ist auch der SPS-Programmierer nach ZVEI / VDMA. Und natürlich Buchführung / -haltung.

    • Michael Reins
      31. Oktober 2014 um 11.13

      Landwirt klingt vernünftig – was ist daran vernünftig, wenn man als Landwirt viel Arbeit in etwas stecken muß um seinen Lebensunterhalt zu verdienen? Was ist daran vernünftig wenn Landwirte neben ihrer Arbeit auf dem Hof noch einen weiteren Arbeitsplatz haben müssen um den Lebensunterhalt zu bestreiten? In anderen Berufen verdient man in der Hälfte der Zeit mehr; wird man als Landwirt krank wird es richtig eng. Schweisser gibt es wie Sand am Meer; so wie andere Berufe auch. Die meisten Berufe haben sich derart verändert, das grundlegendes Wissen gar nicht mehr vermittelt wird. nehmen wir einen mechatroniker: Wie viele gibt es, die noch ein altes Auto ohne Elektronik reparieren können und man Fehler wirklich noch mit dem Verstand suchen muß…

  2. Michael Reins
    31. Oktober 2014 um 11.04

    Es ist erfreulich das es mehr Betriebe gibt die ausbilden wollen; gibt es auch Zahlen dazu, wie viele Betriebe anschließend ihre neuen Facharbeiter weiter beschäftigen?