Wirtschaft

EWE-Chef Dr. Werner Brinker verabschiedet

Stephan Weil, Stephan-Abdreas Kaulvers und Matthias Brückmann verabschiedeten Dr. Werner Brinker heute in den Ruhestand.

Stephan Weil (links), Stephan-Abdreas Kaulvers (3. von links) und Matthias Brückmann (4. von links) verabschiedeten Dr. Werner Brinker heute in den Ruhestand.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg / zb – Rund 400 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung haben heute in Oldenburg Dr. Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, in den Ruhestand verabschiedet. 17 Jahre war er Vorstandsvorsitzender der Aktiengesellschaft.

Brinker sei es gelungen, die EWE AG regional mit europäischen Dimensionen zu verankern, erklärte der zugeschaltete EU-Kommissar für Digitalwirtschaft Günther Oettinger. Als Energiekommissar sei er Brinker mehrfach begegnet und dabei habe er stets wichtige Entwicklungen vorangetrieben. Als „Urgestein der deutschen Energiewirtschaft und Vordenker“ bezeichnete Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil den 63-Jährigen, der eine stolze Bilanz ziehen könne.

„Unter Brinkers Führung hat es das Unternehmen auf Platz fünf unter den deutschen Energieversorgern geschafft“, erklärte Weil. Nicht zuletzt deshalb, weil der gelernte Bauingenieur stets ein gutes Gespür für industrielle Entwicklungen gehabt habe, auf ein Maximum an Umweltqualität geachtet und besonders früh und fokussiert Energiewirtschaft und Informationsgesellschaft vorangetrieben habe. Zudem sei er sowohl in Berlin als auch in Hannover in Energiefragen ein anerkannter Experte.

Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Stephan-Andreas Kaulvers unterstrich Brinkers Gestaltungswillen, seine Dominanz und Beharrlichkeit. Nicht umsonst habe er die Auszeichnung „Oldenburger Bulle“ erhalten. „Der Oldenburger Bulle passt eins zu eins zu Brinker“, erklärte Kaulvers. „Bullen stehen für kraftvollen Aufschwung, gehen manchmal auch mit dem Kopf durch die Wand und sehen rot.“ In solchen Situationen habe man ihn laufen lassen und gehofft, dass keiner Schaden nimmt.

Immer ist das nicht gelungen. So hat der lange Streit um die Gaspreise vor einigen Jahren einige Kratzer bei der EWE AG hinterlassen, die sich zu 74 Prozent in kommunaler Hand befindet. Doch darüber wollte heute keiner sprechen. Seine positiven Seiten hätten überwogen, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende, der Brinker dafür dankte, dass er seinen Nachfolger Matthias Brückmann im letzten halben Jahr eingearbeitet habe.

Brinker seinerseits bedankte sich beim Aufsichtsrat für das langjährige Vertrauen. „Ich habe stets für meine Überzeugung gearbeitet, musste deshalb auch Risiken eingehen und trotz aller Diskussionen über Strom- und Gaspreise hat EWE wichtige Entwicklungen gewagt“, fasste er zusammen. Er bedauerte, dass dieser Geist bei Führungskräften zunehmend schwinde. Eine ihrer Hauptaufgaben sei es zudem, gesellschaftliche und soziale Verantwortung zu übernehmen“, stellte er klar.

Er verteidigte in diesem Zusammenhang das EWE-Engagement in den Bereichen Sport, Kultur und Wissenschaft, dass sein Unternehmen mit großem Erfolg zum Wohle der Ems-Weser-Elbe-Region betrieben habe. Auch der Einsatz in der Türkei habe sich gelohnt. Dort habe man bereits doppelt so viele Erdgaskunden wie zu Hause. Künftig werde er sich der Wissenschaft zuwenden. So wird der 63-Jährige unter anderem an der Universität Oldenburg lehren.

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