Ausbildung

Duale Ausbildung hoch im Kurs

Sind zufrieden mit dem Ausbildungsstellenmarkt in Oldenburg: Wolfgang Jöhnk, Dr. Thomas Hildebrandt und Ullrich Thies.

Sind zufrieden mit dem Ausbildungsstellenmarkt (von links): Wolfgang Jöhnk, Dr. Thomas Hildebrandt und Ullrich Thies.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg / zb – Die duale Ausbildung hat nichts an ihrer Attraktivität eingebüßt. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum 30. September ist trotz rückläufiger Schülerzahlen leicht gestiegen. Das berichteten Wolfgang Jöhnk von der Handwerkskammer Oldenburg (HWK), Dr. Thomas Hildebrandt von der Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie Ulrich Thies von der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, die heute eine Bilanz zum Ausbildungsstellenmarkt zogen.

„Die Ausbildungsentwicklung ist durchweg positiv trotz des demografischen Wandels“, erklärte Thies. So sind im Berufsberatungsjahr 2014/15 mehr Ausbildungsstellen angeboten und mehr Stellen besetzt worden als im Vorjahr. Gleichzeitig ging die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten Bewerber leicht zurück. Insgesamt wurden der Arbeitsagentur 5193 Berufsausbildungsstellen gemeldet, das waren 17 Stellen mehr als im Vorjahreszeitraum. Ende September waren noch 445 Stellen unbesetzt, vor einem Jahr waren es 340 Stellen. Parallel dazu haben sich 6431 Jugendliche zur Vermittlung einer Ausbildungsstelle gemeldet. Das sind 225 oder 3,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der unversorgten Bewerber lag mit 250 um 31 über der des Vorjahres.

„Die Betriebe nehmen Ausbildung sehr wichtig“, stellt Thies fest. „Außerdem sind sie zunehmend bereit, die von der Agentur angebotene ‚Assistierte Ausbildung‘ zu nutzen.“ 80 solcher Plätze, bei denen die Teilnehmer während der Lehre Nachhilfeunterricht durch Bildungsträger erhalten, gibt es gegenwärtig im Agenturbezirk. Eher schwache Azubis werden auf diese Weise gestärkt und können ihre Ausbildung mit Erfolg beenden.

Sehr zufrieden mit der Ausbildungssituation ist die HWK. 2827 neu eingetragene Ausbildungsverträge lagen Ende September vor. „Das sind 27 weniger als ein Jahr zuvor, was angesichts der rückläufigen Schülerzahlen von zwei Prozent erfreulich ist“, erklärt Jöhnk. „Wir beobachten, dass Jugendliche sich sehr genau über die Betriebe informieren. Dazu gehört nicht nur das Ausbildungsniveau sowie das Betriebsklima sondern auch die Erreichbarkeit.“ Bislang unversorgte Jugendliche hätten weiterhin die Chance, sich auf der Lehrstellenbörse unter www.hwk-oldenburg.de über freie Ausbildungsstellen zu informieren.

Bei der IHK wurden 4341 Ausbildungsverträge geschlossen, das sind zwei Prozent mehr Ausbildungsverträge als im Vorjahreszeitraum. Die größten Steigerungen wurden im Verkehrsgewerbe, der Gastronomie sowie im Metallbereich registriert. In den Handelsberufen ging die Zahl zurück. Hildebrandt zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis, rechnet jedoch in den kommenden Jahren mit rückläufigen Zahlen.

Er appellierte an die Unternehmen, die Ausbildung noch attraktiver zu gestalten. „Immerhin ein Drittel der Azubis würden ihre Lehre nicht noch einmal im selben Betrieb machen“, berief er sich auf eine Umfrage. Schwächere Schulabgänger müssten zudem dort abgeholt werden, wo sie stehen, riet er. Bedenklich sei die hohe Zahl jener Jugendlichen, die keine Ausbildung schaffen würden, sagte er weiter. Sie liegt zurzeit bei knapp 20 Prozent.

Von den Flüchtlingen im Oldenburger Land spüren die Unternehmen derzeit kaum etwas. „Gleichwohl sind wir alle gewappnet“, erklärte Thies. Die jungen Leute hätte beste Aussichten einen Beruf zu erlernen, vorausgesetzt sie absolvierten Sprachkurse. Im Handwerk werden zurzeit 230 junge Leute aus Ländern wie Syrien, Afghanistan oder dem Libanon ausgebildet.

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