Region

Sickelmann: Scharnier zwischen Kommunen und Land

Staatssekretärin Birgit Honé hat Franz-Josef Sickelmann offiziell in sein neues Amt eingeführt.

Staatssekretärin Birgit Honé hat Franz-Josef Sickelmann offiziell in sein neues Amt eingeführt.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) Am heutigen Montag ist Franz-Josef Sickelmann offiziell im Behördenzentrum Oldenburg von Birgit Honé, Staatssekretärin in der Niedersächsischen Staatskanzlei, in sein neues Amt als Landesbeauftragter für Weser-Ems eingeführt worden.

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Der 56-Jährige ist einer der vier neuen Landesbeauftragten, die die neue rot-grüne Landesregierung als Instanz zwischen Land und Kommunen installiert hat. Der gelernte Jurist muss sich nicht umstellen. Bereits seit Auflösung der Bezirksregierung am 1. Januar 2005 leitete er die Regierungsvertretung in Oldenburg. Zuvor war der gebürtige Westfale in verschiedenen Dezernaten bei der Bezirksregierung Weser-Ems tätig.

Für viele war die Auflösung der Bezirksregierung Weser-Ems eine Fehlentscheidung. Umso erfreuter dürften die Kritiker über die neue Entscheidung sein, der Region Weser-Ems mit ihren 2,49 Millionen Einwohnern sowie 17 Landkreisen und kreisfreien Städten wieder mehr Gewicht in Hannover zu verleihen. „Ab sofort sind wir wieder eine eigenständige Regionalbehörde mit eigener Stimme in Hannover“, erklärt der parteilose Sickelmann. Das heißt, seine Behörde vermittelt zwischen den Kommunen und dem Land und übernimmt damit auch wieder mehr Verantwortung. „Wir werden Strukturpolitik und Regionalentwicklung koordinieren und bündeln“, kündigt er an.

„Franz-Josef Sickelmann kennt sich hervorragend in der Region aus, pflegt beste Verbindungen zu den Akteuren in der Fläche und kann nahtlos an seine bisherige Arbeit anschließen“, erklärte Honé. Politisch sei die Entscheidung richtig, das würden auch die Rückmeldungen aus der Wirtschaft belegen, so die Staatssekretärin. „Regionale Probleme lassen sich nur vernünftig beackern, wenn man hier lebt und sich mit der Region identifiziert“, ist Sickelmann überzeugt.

„Wir wollen die Region selbstverständlich weiter voranbringen“, sagt der Landesbeauftragte, der bis Ende des Jahres ein Handlungskonzept für die Region und einen regionalen Landesentwicklungsplan aufstellen soll. „Dazu werden wir eng mit den Kommunen, den Wirtschafts-, Sozial- und Umweltverbänden zusammenarbeiten“, kündigt er an. Denn künftig müssen sich vier Regionen um rund 40 Prozent weniger EU-Mittel bemühen. Um dort zum Zug zu kommen, bedürfe es sehr guter Ideen und Projekte, so Sickelmann.

Die Perspektiven für den Bezirk beurteilt der politische Beamte, der nach B 6 besoldet wird, durchweg positiv und begründet das mit der mittelständischen Struktur und ihren Stärken. Explizit nennt er die erneuerbaren Energien, die Ernährungswirtschaft, den Tourismus und die Gesundheitswirtschaft sowie die maritime Wirtschaft und den Logistikbereich. Probleme sieht er derzeit beim Breitband-Ausbau, der medizinischen Versorgung insbesondere im ländlichen Bereich und der Landwirtschaft. Hier spricht er die Flächenknappheit und die Grundwasserverseuchung an. „In diesem Bereich streben wir ein Forschungsprojekt an, um das Nitratproblem, das primär ein Weser-Ems-Problem ist, zu lösen.“

Auch der bereits herrschende Fachkräftemangel und das nicht immer funktionierende Gleichgewicht zwischen Ökonomie und Ökologie, wie u.a. bei der Weservertiefung, müsse man schnell in den Griff bekommen.

Neben seiner Vermittlerrolle zwischen Kommunen und Land will Sickelmann die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den Provinzen Groningen und Friesland in den Niederlanden intensivieren.

Bis zu 250 Mitarbeiter unterstehen dem neuen Landesbeauftragten – allerdings werden lediglich 80 im Oldenburger Behördenzentrum angesiedelt sein. Gegenwärtig sind es 28. Künftig werden die Mitarbeiter des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung (LGLN) seiner Behörde inklusive der Außenstellen Meppen, Aurich und Osnabrück zugeordnet sowie das Domänenamt in Norden. Bei der einstigen Bezirksregierung waren 800 Leute beschäftigt.

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