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Deichband-Chronik: „Zwischen Sturmflut und Oberwasser“

Stellten die Chronik vor (von links hintere Reihe nach vorne): Renate Marklein-Hebbel, Helmut Fokkena (stellvertretender Vorsteher, I. Oldenburgischen Deichband), Maike Würdemann (Ausschussmitglied Deichband), Kai Wienken (NLWKN), Holger Johannesmann (Mitarbeiter Küstenwehr), Verleger Florian Isensee, Autor Günter A. Marklein und Verbandsvorsteher Cord Hartjen.

Stellten die Chronik vor (von links hintere Reihe nach vorne): Renate Marklein-Hebbel, Helmut Fokkena (stellvertretender Vorsteher, I. Oldenburgischen Deichband), Maike Würdemann (Ausschussmitglied Deichband), Kai Wienken (NLWKN), Holger Johannesmann (Mitarbeiter Küstenwehr), Verleger Florian Isensee, Autor Günter A. Marklein und Verbandsvorsteher Cord Hartjen.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (am) 692 Seiten, 180 Fotos, 60 Luftaufnahmen, 41 Zeichnungen und zwölf historische Bilder und Karten: Die Neuauflage der Chronik des 1. Oldenburgischen Deichbandes hat Gewicht. In „Zwischen Sturmflut und Oberwasser“ finden Interessierte Informationen über Deichbaugeschichte, Sturmfluten, Baumaßnahmen, die Huntebegradigung und Weserkorrektion, Deichgrafen und Wasserwachten, Deichbautechnik und schützenswerte Landschaften der Wesermarsch.

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In der alten Chronik aus dem Jahr 1993 wurde auf knapp 500 Seiten die Entwicklung des Deichbaus an Weser, Hunte und Ochtum vom Mittelalter bis in die Neuzeit beschrieben. Wassernot und Deichbau in Stedingen, die schwere Sturmflut von 1962, Not und Elend durch Deichbrüche, gefährliche Eisschollen oder das unberechenbare Oberwasser aus dem Binnenland: Dieses Wissen sollte nicht verloren gehen. „So ein wertvolles Buch musste wieder aufgelegt werden“, betont der Verbandsvorsitzende Cord Hartjen. Aber die aktuelleren Ereignisse und Informationen sollten in einem dritten Abschnitt einfließen. Aus den ursprünglich dafür vorgesehen 50 wurden in den vergangenen drei Jahren rund 200 Seiten. Das Ergebnis sei ein Natur- und Kulturführer für die ganze Region, ist Verleger Florian Isensee begeistert: „Das geht deutlich über eine Chronik des Deichbandes hinaus“.

Für den neuen III. Teil konnte der Autor Günter G. A. Marklein gewonnen werden. Naturschutz und Tourismus sollten besonders berücksichtigt werden. „Es war ein langer Weg“, erinnert sich Marklein, der zwar als Prosaschreiber zahlreicher Reiseführer über die Inseln und das Land im Nordwesten Erfahrung hatte, sich aber dem Thema erst einmal annähern musste. Das sei eine gewaltige Aufgabe gewesen, betont Marklein. Aber rund 3000 Farbfotos und zirka 2500 Luftaufnahmen später ist Günter G. A. Marklein ein begeisterter Fan der Wesermarsch. Sperrwerke, Werften, Storchenstation, Hafengeschichte und Küstenkanal: Der Autor hat die Besonderheiten und das Schützenswerte in den Mittelpunkt gestellt.

Und damit auch fachlich alles korrekt ist, hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) insbesondere die technischen Details bis ins Kleinste geprüft. „Es ist ein wertvolles Nachschlagewerk – auch für Fachleute“, freut sich auch Kai Wienken, Leiter des NLWKN-Geschäftsbereichs Brake, über das Ergebnis.

„Zwischen Sturmflut und Oberwasser – Aus der Geschichte des I. Oldenburgischen Deichbandes“
Rosemarie Krämer (bis 1900, ca. 390 Seiten)
Heinz Hoffer (ab 1900, ca. 100 Seiten)
Günter G. A. Marklein (neuere Geschichte, Aktuelles, ca. 200 Seiten)
692 Seiten
1. Auflage 2019
ISBN 978-3-7308-1611-0
49 Euro

Die rund 200 Seiten des aktuellen dritten Teils der Chronik sollen im Sommer 2020 gesondert erscheinen.

I. Oldenburgischer Deichband

Rund 28.000 Hektar der linksseitigen Wesermarsch – vom Hemmelsbäker Kanal bis zum Ende des Sanddeiches in Hasbergen – gehören zum Schutzgebiet des I. Oldenburgischen Deichbandes. Insgesamt kümmert sich der Deichband um die Funktionsfähigkeit der insgesamt 62 Kilometer langen Deichanlagen an der Hunte, der Weser und anderen Fluss- und Polderdeichen. Er ist zuständig für die Errichtung und Erhaltung der Deichbauten und die Überwachung der Deichsicherung. Auf einer Länge von rund 54 Kilometern und damit einer Fläche von etwa 155 Hektar werden die Deiche natürlich gemäht: 4000 Schafe sind dafür im Einsatz. Die Schäfereien in Holle und in Piependamm gehören zum Deichband. Der I. Oldenburgische Deichband vereint mehr als 30.000 Mitglieder, das sind die Eigentümer und Erbbauberechtigten der im Verbandsgebiet liegenden Grundstücke und Anlagen. Aktueller Verbandsvorsteher ist Cord Hartjen.

Weitere Informationen gibt es unter www.erster-oldenburgischer-deichband.de.

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