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Bundesnetzagentur holt Bürger mit ins Boot

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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LzO Vorsorge

Oldenburg/zb – Besonders im Norden wächst die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien rasant – nicht zuletzt durch Onshore- und Offshore-Windparks an der Küste. Doch es fehlen die Stromtrassen, die den erzeugten Strom aufnehmen und auf die Republik verteilen können. Die Bundesnetzagentur tourt deshalb durch Deutschland, um die Bürger mit ins Boot zu holen und so die Energiewende zu beschleunigen. Gestern war der bundesweite Auftakt in Oldenburg.

Ziel der Veranstaltung war es, den Ausbau des Stromnetzes nachvollziehbar und transparent darzustellen und Interessierte zur aktiven Beteiligung aufzurufen. Vereine, Verbände, Bürger, das Landvolk, Vertreter von Gemeinden, Städten, Kreisen und Firmen sowie Bundesämtern nahmen daran teil.

Noch sind keine Entscheidungen über mögliche Stromtrassen erfolgt. Mit den ersten Raumordnungsverfahren rechnet Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, im nächsten Jahr. Seine Behörde ist zuständig für jene Trassen, die über die Grenze eines Bundeslandes hinausgehen. „Die Energiewende muss so schnell wie möglich erfolgen. Wenn die Verfahren zehn oder zwölf Jahre dauern, steht die Versorgungssicherheit auf dem Spiel“, sagt er. Durch die frühzeitige Bürgerbeteiligung sollen Trassen entstehen, die auf eine möglichst breite Akzeptanz stoßen und den Prozess beschleunigen.

„Grundsätzlich wollen die Bürger die Energiewende“, stellt er klar. „Bloß wenn das Erdkabel durch den Vorgarten oder über das Ackerland laufen, dann bekommen viele Probleme“, berichtet er. Aber das lässt sich nicht vollständig vermeiden. Ob es Überlandleitungen oder Erdkabel sein werden, steht noch nicht fest. Denn durch die neuen Stromtrassen fließt Gleichstrom, der sich über weite Strecken verlustarm transportieren lässt und bislang ist technisch nicht geklärt, ob der auch durch Erdkabel fließen darf. Entsprechende Pilotprojekte sollen demnächst in Niedersachsen gestartet werden.

Homann hofft, dass möglichst viele Menschen sich an dem Prozess beteiligen und seiner Behörde wertvolle Hinweise und Ideen mitteilen. „Je besser alle Betroffenen über alles informiert sind, umso einvernehmlicher kann der Trassenverlauf erfolgen.“

Hinweis

In unserer Region sind verschiedene Streckenmaßnahmen von Bedeutung: Emden/Ost – Osterath, Emden/Ost – Halbemond, Conneforde – Cloppenburg/Ost, Cloppenburg/Ost – Merzen, Conneforde – Unterweser, Unterweser – Elsfleth/West, Dollern – Elsfleth/West, Wilhelmshaven – Conneforde und Emden/Ost – Conneforde, Offshore-Anbindung in Halbemond, Cloppenburg, Elsfleht und Unterweser.

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