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ADFC: Von Radlern für Radler

Heiko Ahlers  hat zusammen mit anderen begeisterten Fahrradfahrern die ADFC-Radwanderkarte Oldenburger Land erstellt.

Heiko Ahlers (Mitte) hat zusammen mit anderen begeisterten Fahrradfahrern die ADFC-Radwanderkarte „Oldenburger Land“ erstellt.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg/zb – Die ADFC-Radwanderkarte für das Oldenburger Land ist überarbeitet worden. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat die Regionalkarte gemeinsam mit dem BVA Bielefelder Verlag jetzt neu herausgegeben.

Im Maßstab 1:75000 eignet sich die Karte ideal für Tages- und Wochenendausflüge, zumal sie speziell von Radlern für Radler entwickelt wurde. ADFC-Koordinator Heiko Ahlers, der das Oldenburger Land mittlerweile wie seine Westentasche kennt, und zehn weitere begeisterte Radfahrer haben alle Radwege abgefahren und alles notiert, was für Radler interessant sein könnte. „Die ADFC-Karte ist nicht am Schreibtisch entwickelt worden“, sagt Ahlers. „Wir haben uns Planquadrat für Planquadrat vorgenommen und es ausgefüllt.“

22 Radfernwege und 21 individuelle Tourenvorschläge für Ausflüge von Wilhelmshaven bis nach Cloppenburg und von Delmenhorst bis Barßel sind auf der Karte eingezeichnet. „Wir sind alle leidenschaftliche Radfahrer und wissen deshalb sehr genau, worauf es Radlern ankommt und welche Informationen sie brauchen“, sagt Ahlers. Die Karte zeigt deshalb für alle Routen die Oberflächenbeschaffenheit an. Der Nutzer erfährt, ob es über glatte Asphaltpisten, durch Sandwege oder über Kopfsteinpflaster geht.

Es gibt auch Hinweise über die Verkehrsbelastung von „ruhig“ bis „Autos nerven“. „Das sind natürlich unsere subjektiven Empfindungen“, räumt er ein. Darüber hinaus sind Steigungspfeile und Höhenlinien eingezeichnet, wichtige Straßennamen, die der Orientierung dienen, Schutzhütten, Ausflugslokale und andere Einkehrmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten am Wegesrand wie zum Beispiel Kirchen, Windmühlen oder Parks, Schwimmbäder sowie andere Freizeiteinrichtungen.

„Kein Verlag kann sich das leisten, gleich mehrere Fahrradfahrer loszuschicken, um das Radwegenetz zu testen“, sagt Ahlers. „Deshalb ist diese Karte ein einzigartiges Projekt, bei dem die ortskundigen Fahrradfahrer für die Inhalte verantwortlich sind. Der ADFC erhält im Gegenzug Lizenzgebühren.“ Dass die neue Karte reiß- und wasserfest ist, hält er für einen weiteren Vorteil.

Vor 15 Jahren wurde die erste Regionalkarte erstellt. „Damals war sie ein Ladenhüter“, erinnert sich Ahlers. „Mittlerweile hat sich das total geändert. Immer mehr Menschen entdecken in ihrer Freizeit sowohl das Rad als auch das Oldenburger Land. Ahlers Lieblingsroute führt an der Hunte entlang. „Die Radwegqualität ist zwar nicht so toll, aber das Naturerlebnis dafür umso größer. Ich mag die freie Landschaft.“

Für ihn steht fest, dass wir im Radfahrerparadies leben. „Wir verfügen über sehr viele Radwege. Allerdings gibt es auch Landkreise, da würden wir uns mehr Einsatz wünschen. Dazu gehört an erster Stelle der Landkreis Wesermarsch. An der Kreisgrenze hören die Radwege auf, das bedauern wir sehr“, so Ahlers. „In den Gemeinden gibt man sich viel Mühe, aber entlang der Kreisstraßen nicht. Dabei wäre das gerade in Butjadingen angesichts des Fahrradtourismus, bei dem es sich um eine Wachstumsbranche handelt, dringend erforderlich. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich dann noch mehr Menschen mit Muskelkraft statt mit Benzin fortbewegen würden“, findet Ahlers und hofft auf einen Sinneswandel.

Die Radwanderkarte ist im Buchhandel und bei allen ADFC-Geschäftsstellen für 7,95 Euro erhältlich. Außerdem gibt es zusätzliche kostenfreie Online-Angebote wie gpx-Tracks der Themenrouten, Radfernwege und Tourenvorschläge zum Download für Internet, GPS-Gerät und Smartphone sowie Höhenprofile zum Download. Es sind auch die Nachbarkarten Ostfriesland, Cuxhaven/Bremerhaven, Bremen und Umgebung, Münsterland sowie das Osnabrücker Land lieferbar.

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