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62,8 Millionen Euro für den Küstenschutz

Heiko Albers und Stefan Wenzel informierten über den künftigen Küstenschutz.

Heiko Albers (links) und Stefan Wenzel informierten über den künftigen Küstenschutz.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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LzO Allem gewachsen

Oldenburg / zb– Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz investiert in diesem Jahr 62,8 Millionen Euro in den Küstenschutz. „Damit wollen wir den Schutz des Festlandes und der Inseln weiter verbessern und die Deiche noch sicherer machen“, sagte Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel in Oldenburg auf einer Veranstaltung des Wasserverbandstages zur Klimafolgenanpassung an der Nordseeküste.

Die Gefahren durch den steigenden Anstieg des Meeresspiegels und dem wachsenden Sturmgeschehen dürften nicht unterschätzt werden. „Die Sicherheit der Menschen und ihrer Lebensgrundlagen sind für die Landesregierung von höchster Bedeutung“, erklärte der Minister. Deshalb gehörten Küstenschutz und Klimaschutz eng zusammen und seien zwei Seiten einer Medaille. „Denn niemand kann sicher sagen, in welcher Höhe der Meeresspiegel in den nächsten 50 Jahren steigt. Die Voraussagen der Wissenschaftler schwanken zwischen 25 und 95 Zentimeter“, berichtete Heiko Albers, Präsident des Wasserverbandes.

Gegenwärtig seien die 650 Kilometer Hauptdeiche und 550 Kilometer Schutzdeiche im Binnenland in Niedersachsen sicher, hieß es. „Die Wahrscheinlichkeit von schweren Sturmfluten nimmt jedoch zu“, stellte Albers klar und verwies auch hier auf wissenschaftliche Untersuchungen. „Deshalb betreiben wir Vorsorge, damit es gar nicht erst zur Katastrophe kommt.“ Wichtig sei, dass die Deiche einer Überflutung standhalten. Würde es dazu kommen, wäre das Hinterland etwa einen halben Meter überschwemmt. Würden die Deiche brechen, würden die Flutwellen bis zu acht Meter hoch werden, schilderte er das mögliche Szenario.

Von den 62,8 Millionen Euro für den Küstenschutz sind 46,6 Millionen Euro für die Erhaltung der Festlandsdeiche vorgesehen, für die in Niedersachsen grundsätzlich die bestehenden Deichverbände verantwortlich sind, hinter denen der Minister uneingeschränkt steht, wie er gestern erklärte. Der größte Zuwendungsempfänger wird in diesem Jahr der Artlenburger Deichverband sein. Weitere Schwerpunkte der Verbandsmaßnahmen liegen im Bereich des II. Oldenburgischen Deichbandes, in Kehdingen-Oste und in der Osterstader Marsch.

16,2 Millionen Euro sind für landeseigene Maßnahmen des Küstenschutzes vorgesehen, davon sind etwa 8,6 Millionen für den Sturmflutschutz der niedersächsischen Inseln bestimmt. Als herausragende Maßnahme soll auf Wangerooge der Ausbau des Dorfgrodendeiches fortgesetzt werden. Weitere Mittel sind für eine Vielzahl von landeseigenen Vorhaben an der Festlandsküste bestimmt.

Küstenschutz sei eine Generationenaufgabe. Mit dem Klimawandel kämen neue große Herausforderungen, die langfristige Vorsorge notwendig machen. „Das ist einerseits der Klimaschutz, um den Anstieg des Meeresspiegels zu begrenzen und andererseits die Anpassung an bereits unvermeidbare, nicht mehr umkehrbare Entwicklungen. Wir können in vielerlei Hinsicht nicht so weitermachen wie bisher“, mahnte Wenzel, der ankündigte, dass der Generalplan Küstenschutz künftig alle zehn Jahre überprüft und ggf. fortgeschrieben wird, um aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen.

Küstenschutz

Der Küstenschutz ist als nationale Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern im Grundgesetz verankert. Die bereit gestellten Gelder der Gemeinschaftsaufgabe stammen zu 30 Prozent aus dem Landeshaushalt, 70 Prozent steuert der Bund bei. Die EU beteiligt sich mit 1,2 Mio. Euro aus der auslaufenden Förderperiode. An Niedersachsens Küste mit den weitläufigen Mündungen von Elbe, Weser und Ems sowie auf den vorgelagerten Inseln schützen die Deichlinien einen rund 6600 Quadratmeter großen Lebens- und Wirtschaftsraum mit 1,2 Millionen Einwohnern.

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