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Justiz lädt zum Tag der offenen Tür ein

Norbert Holtmeyer, Gerhard Kircher und Michael Henjes (von links) stellten das Programm für den Tag der offenen Tür des Oberlandesgericht vor.

Norbert Holtmeyer, Gerhard Kircher und Michael Henjes (von links) stellten das Programm für den Tag der offenen Tür vor.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) Anlässlich des 200-jährigen Bestehens lädt die Oldenburger Justiz zum Tag der offenen Tür ein. Am 19. Juli können die Besucher nicht nur einen Blick hinter die Kulissen des Amts- und Landgerichts an der Elisabethstraße sowie des Oberlandesgerichts am Richard-Wagner-Platz werfen, sie haben auch die äußerst seltene Gelegenheit, das einstige Gefängnis an der Gerichtsstraße von innen zu sehen.

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Das Programm zwischen 11 und 17 Uhr ist bunt gemischt. Von der Unterhaltung bis zur Information und Lebenshilfe ist alles dabei. „Wir möchten am Tag der offenen Tür auf die Justiz aufmerksam machen“, sagt Dr. Gerhard Kircher, Präsident des Oberlandgerichts Oldenburg. „Die Besucher sollen erfahren, wie Justiz konkret funktioniert. Außerdem informieren wir an Infoständen über Berufsmöglichkeiten innerhalb der Justiz. Vom Richter über den Staatsanwalt bis hin zum Rechtspfleger oder Wachtmeister – alle Berufe werden vorgestellt und wer weitere Eindrücke wünscht, kann Mitarbeitern aus den Berufen Fragen zum Berufsalltag stellen.“

Die verschiedenen Gerichte laden über den Tag hinweg zu Schauverhandlungen ein. „Es handelt sich ausnahmslos um echte Fälle“, betont Richter Norbert Holtmeyer vom Organisationsteam. So können die Besucher den Fall „Der feurige Liebhaber“ bei der Großen Strafkammer des Landgerichts erleben, beim Verwaltungsgericht den Fall „Ausweisung – Drogendealer und liebevoller Vater“ und beim Arbeitsgericht den Fall „Konzertbesuch während der Arbeitsunfähigkeit?“, um nur drei von zahlreichen Beispielen zu nennen.

Die Polizei informiert über die Sicherheit rund ums Haus und präsentiert ihren Überschlagsimulator. In ihm können Besucher nachempfinden was es heißt, mit einem Auto auf dem Dach zu landen. Der Bund gegen Alkohol und Drogen am Steuer stellt einen Fahrsimulator zur Verfügung und die Staatsanwaltschaft Oldenburg öffnet nicht nur ihre Asservatenkammer, sie versteigert auch beschlagnahmte Gegenstände wie Spielekonsolen, Armbanduhren, Laptops und PC.

Wer das alte Gefängnis noch einmal von innen sehen möchte, hat Samstag Gelegenheit dazu. „Wir öffnen den Knast und Justizbedienstete, die dort jahrelang tätig waren, bieten Führungen an“, kündigt Pressesprecher Dr. Michael Henjes an. „Es dürfte eine seltene Gelegenheit sein, das Gefängnis noch einmal von innen sehen zu können“, sagt er. Zurzeit steht das denkmalgeschützte Gebäude leer und wird nicht mehr genutzt. „Niemand weiß zurzeit, ob es eine Nachnutzung geben wird“, erklärt Kircher und glaubt aufgrund der dort herrschenden Feuchtigkeit eher nicht daran. Auf jeden Fall bekommen die Besucher einen Eindruck vom Gefängnisalltag der einstigen Insassen.

Darüber hinaus gibt es auch ein Kinderprogramm. Sie können sich den Vortrag „Rechte der Kinder“ anhören, das Kasperletheater der Justiz besuchen, das sich mit dem Fall „Das gestohlene Geburtstagsgeschenk“ befasst und das Puppentheater der Polizei Oldenburg aufsuchen. Hier geht es um „Zebras Streifen“. Außerdem nimmt die Polizei Geschwindigkeitsmessungen auf einem Parcours vor. Hier geht es darum, wie schnell Kinder auf dem Kettcar unterwegs sind.

Infostände der Universitäten Oldenburg und Osnabrück, des Oldenburger Anwaltsvereins und der Oldenburger Rechtsanwalts- und Notarkammer runden das Programm ab. Der Eintritt ist frei. Das vollständige Programm gibt es unter www.tag-der-justiz.niedersachsen.de.

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