Oldenburg

Tiefgarage am Stadtmuseum: Stadt zieht Sanierung wegen akuter Gefährdung vor

Der Zustand der Tiefgarage am Stadtmuseum in Oldenburg erfordert eine dringende Sanierung.

Der Zustand der Tiefgarage erfordert eine dringende Sanierung.
Foto: Christian Kruse

Oldenburg (am/pm) Die Tiefgarage am Stadtmuseum ist in einem kritischen baulichen Zustand. Eine aktuelle Bewertung durch einen unabhängigen Prüfstatiker hat ergeben, dass die Standsicherheit ohne sofortige Maßnahmen nicht mehr gewährleistet ist. Die Stadt Oldenburg zieht deshalb geplante Sanierungsschritte vor.

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Bereits im Frühjahr 2025 hatte die Stadtverwaltung erste Sofortmaßnahmen eingeleitet. Nun folgen weitere Schritte, um Gefahren für Verkehr und angrenzende Gebäude auszuschließen.

Frühzeitige Reaktion der Stadt

Die Mängel an der Tiefgarage sind seit Jahren bekannt. Anfang des Jahres informierte die Stadt öffentlich über den Zustand der Bausubstanz. Eine Sonderprüfung hatte damals dringenden Handlungsbedarf festgestellt. Daraufhin wurde im Frühjahr mit der Verstärkung der Zwischendecke durch zusätzliche Stützen begonnen. Parallel liefen engmaschige Kontrollen, um auf mögliche Veränderungen schnell reagieren zu können.

Jetzt ergibt sich ein neuer Handlungsbedarf: Die statische Bewertung zeigt, dass akute Risiken für die Standsicherheit bestehen, wenn keine weiteren Maßnahmen erfolgen. Stadtrat Holger Denckmann, zuständig für die Tiefgarage, betont, dass die Beobachtung kontinuierlich erfolgt sei und nun eine umgehende Reaktion notwendig wurde.

Stahlkonstruktion soll Stabilität sichern

Im Betriebsausschuss Gebäudewirtschaft und Hochbau wurde am Donnerstag, 6. November, im nichtöffentlichen Teil beschlossen, eine aussteifende Stahlhilfskonstruktion einzubringen. Diese Maßnahme soll ab Januar 2026 umgesetzt werden. Laut Prüfstatiker kann dadurch eine Sperrung der vierspurigen Straße oberhalb der Tiefgarage zunächst vermieden werden.

Die angrenzenden Gebäude wären bei einer baulichen Verschlechterung ebenfalls potenziell betroffen. Die nun beschlossene Konstruktion schließt laut Verwaltung auch diese Risiken aus. Bis zur Umsetzung wird die Bausubstanz mithilfe eines Monitoring-Systems streng überwacht.

Finanzierung gesichert

Die Sanierungskosten der Tiefgarage werden auf insgesamt rund 44,5 Millionen Euro geschätzt und auf mehrere Jahre verteilt. Bereits für das laufende Jahr sind 1,85 Millionen Euro eingeplant. Im Jahr 2026 sollen weitere 4,5 Millionen Euro bereitgestellt werden, davon entfallen 3,5 Millionen auf die Stahlhilfskonstruktion.

Über den Stand der geplanten Baumaßnahmen informiert die Verwaltung im kommenden Betriebsausschuss am Donnerstag, 4. Dezember. Der Bericht erfolgt im öffentlichen Teil der Sitzung.

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6 Kommentare

  1. Manfred Murdfield
    11. November 2025 um 13.02 — Antworten

    Fast wie bei Dornröschen: der Prinz, hier ein Statiker, küsst nicht die Prinzessin, sondern den Sonnenkönig oder doch den Salzkönig, höchstdaselbst, auf. Die dienstbeflissene Verwaltungsentourage ist auch erweckt und verschreckt wird eiligst das verwunschene Verlies errettet. Hochnotpeinlich. Doch siehe da, im Jahr darauf, aber das wird noch nicht verraten ….

  2. W. Lorenzen-Pranger
    11. November 2025 um 14.52 — Antworten

    Nanu, wurde nicht schon mehrfach gewarnt – und was sind das eigentlich für Baufirmen, die den Baugrund und das Umfeld nicht erkunden, bevor sie schwere Erdarbeiten einleiten und noch schwerere Betonklötze erstellen? Fachleute? Wirklich? Oh-mannomann…

  3. Hans Oberländer
    11. November 2025 um 22.23 — Antworten

    Für das Geld kann man den Museumsneubau abreissen, die Garage und die Unterführung entfernen, alles verfallen , die Strasse beu asphaltierten und das Museum neu bauen. Wenn man will oder wollte. In China würde es ziemlich sicher gehen. Und nachher perfekt passen und halten.

    Dazu die Frage: Wie kann man ein Statikbüro erneut beauftragen, dass seit 8 Jahren alles mitverfolgt und begleitet hat. Alles sehr merkwürdig. Riecht irgendwie etwas komisch.

    • W. Lorenzen-Pranger
      12. November 2025 um 23.35 — Antworten

      Was sie schreiben kann ich schlecht einordnen – was auffällt ist, daß die NWZ die Situation erheblich dramatischer beschreibt als es hier steht.

  4. Lars
    12. November 2025 um 20.12 — Antworten

    Ich frage mich, welche Schreckensmeldungen wir noch täglich aus dem Bereich Oldenburger Verwaltung hören müssen, bis der Rat der Stadt diesen Verwaltungschef samt seiner Führungsriege endlich abwählt.

  5. Hans Oberländer
    12. November 2025 um 23.10 — Antworten

    Doch noch mal. 44,5 Mio. einstellen für mutmasslich nicht nachhaltige Sicherungsmassnahmen. Ein Loch bzw. Fass ohne Boden. Nur um am Ende dann doch alles wieder abzureissen, um den Boden unter dem Bereich des Museums zu stabilisieren. Und das Ganze begleitet von einem Statikbüro, das die Poblematik seit Jahren kennt. Vollkommen irre und lächerlich. Das riecht nicht nur nach Geschaftlhuberei und Spezlwirtschaft.

    Richtig wäre es doch allem Augenschein nach, das Museum komplett abzureissen und die Tiefgarage und die Unterführungen komplett zu entfernen und die entsandenen Kavernen dann komplett zu verfüllen und zu verdichten. Dann kann man man noch mal einen neuen Anlauf für einen Museumsneubau wagen.

    In der Zwischenzeit müsste man das Thema dann wohl durch die Justiz aufarbeiten lassen. So von aussen betrachtet.

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