Oldenburg

Kriminalstatistik: Kriminelle Energie lässt nach

Thomas Kues, Johann Kühme und Dieter Buskohl (von links) stellten gestern die Kriminalstatistik der Polizeidirektion Oldenburg vor.

Thomas Kues, Johann Kühme und Dieter Buskohl (von links) stellten gestern die Kriminalstatistik der Polizeidirektion Oldenburg vor.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) Johann Kühme, Polizeipräsident der Polizeidirektion (PD) Oldenburg, freut sich über ein gesunkenes Straftatenaufkommen. Gestern stellte er die Kriminalstatistik 2013 in Oldenburg vor.

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110.082 Straftaten, also 5771 weniger als 2012, registrierte die PD und somit das beste Ergebnis seit 13 Jahren. Damit sank die Häufigkeitszahl, das ist die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner, auf 6542 Fälle (2012: 6788 Fälle). „Weniger Straftaten bedeutet vor allem auch weniger Opfer und darauf kommt es uns an“, stellte Kühme klar. Insgesamt wurden 42.980 Tatverdächtige ermittelt, das sind 1513 weniger als 2012. Diese Tendenz macht sich auch bei den Opferzahlen mit 19.024 bemerkbar, 1387 weniger als im Vorjahr.

„Besonders erfreulich ist der Rückgang der Tatverdächtigen bei Kindern und Jugendlichen“, findet Kühme. „2012 waren es noch 6521, 2013 lag die Zahl bei 5726. Zudem ist die Zahl der von ihnen begangenen Taten um zwölf Prozent gesunken.“ Er führt das auf ein enges Netzwerk von Mitarbeitern in Schulen, Justiz und Präventionsräten sowie der Polizei zurück. „Die hier geleistete Arbeit zeigt Früchte“, ist er überzeugt. Dass sich bei den erwachsenen Straftätern bereits der demografische Wandel bemerkbar macht, sieht Kühme nicht. „Dafür ist es noch zu früh“, sagt er.

Ob Gewaltdelikte, Diebstahl oder Fahrradklau, alle Deliktarten sind rückläufig. Fünf vollendete Morde, acht versuchte sowie 76 versuchte bzw. vollendete Totschläge weist die Statistik auf und befindet sich damit auf dem Vorjahresniveau. Hier konnten 95 Prozent der Fälle aufgeklärt werden. Im Bereich der Rohheitsdelikte, also Raub und Körperverletzung, gingen die Taten um 1248 auf 14.804 zurück.

Sorgen machen der Polizei dagegen die vielen Wohnungseinbrüche, die in den vergangenen Jahren gestiegen und 2013 auf sehr hohem Niveau gestoppt werden konnten. 3620 Mal schlugen Einbrecher zu. „Die Täter kommen bevorzugt in der dunklen Jahreszeit zwischen 18 und 21 Uhr in unbeleuchtete Häuser“, berichtet Polizeivizepräsident Dieter Buskohl. Es sind fast ausnahmslos Männer zwischen 18 und 40 Jahre und zu 80 Prozent mit deutscher Staatsangehörigkeit. 30 Prozent von ihnen sind arbeitslos, 74 Prozent sind polizeilich bereits in Erscheinung getreten.

Neben Kinderpornographie muss sich die Polizei immer stärker mit Internetkriminalität auseinandersetzen. „Im Bereich Cybercrime stiegen die Fälle von 926 auf 1481 im vergangenen Jahr“, berichtet Polizeioberrat Thomas Kues, der hier von einer steigenden Tendenz ausgeht. Hackerangriffe, Spams oder die Nutzung fremder Accounts ist auf dem Vormarsch. PC-Nutzer sollten sich stärker um Sicherheitssysteme kümmern, rät der Fachmann.

Beachtlich ist die angerichtete Schadenssumme mit knapp 90 Millionen Euro. 44,27 Millionen Euro entfielen allein auf den Bereich Vermögens- und Fälschungsdelikte, gefolgt von Diebstahlsdelikten mit einer Gesamtschadensumme von rund 37,7 Millionen Euro.

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