Oldenburg

Kramermarkt: „Aeronaut“ überragt alles

Schaurig-schön geht es in der Geisterbahn auf dem Oldenburger Kramermarkt zu.

Schaurig-schön geht es in der Geisterbahn zu.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (am/zb) Der Startschuss für den 412. Oldenburger Kramermarkt kann fallen. Rund 250 Buden und Fahrgeschäfte sind aufgebaut und bis zu 1,5 Millionen Besucherinnen und Besucher werden in den kommenden elf Tagen auf dem Freigelände neben den Weser-Ems Hallen erwartet. Auf 1,5 Kilometern Ganglänge stehen die Betriebe mit einer Frontlänge von gut 3000 Metern.

Anzeige

LzO Altervorsorge

Der Oldenburger Kramermarkt gehört zu den größten Volksfesten bundesweit und hält in diesem Jahr so manchen Hingucker bereit. In den letzten Jahren war das 60 Meter hohe Riesenrad das höchste Fahrgeschäft. Es ist auch in diesem Jahr wieder da und bietet bei einem gemütlichen Tempo einen spektakulären Blick nicht nur über das Jahrmarktsgelände sondern weit darüber hinaus. Allerdings wird es in diesem Jahr vom „Aeronaut“ um einige Meter übertroffen.

Wer also einen noch weiteren Blick bevorzugt, der sollte hier einsteigen und die Aussicht aus fast 80 Meter Höhe genießen. Bei dem nagelneuen Fahrgeschäft handelt es sich um die größte mobile Kettenkarussell-Anlage europaweit. Es ist ein XXL-Kettenkarussell, das die Fahrgäste mit 70 Stundenkilometer durch die Lüfte schweben lässt. Von unten sind sie kaum noch zu erkennen. Ein eindrucksvolles Bild, wenn die Achse sich immer schneller dreht, die Ketten sich spannen und vor dem Himmel abzeichnen. Die Technik des Kettenfliegers ist imposant – auch wenn man nur vor dem Fahrgeschäft steht und den anderen nachschaut. Außerdem ist er ein Hingucker wegen seiner aufwändigen Gesamtgestaltung.

Für einen guten Überblick sorgt der Lageplan des Kramermarktes.

Für einen guten Überblick sorgt der Plan.
Grafik: Stadt Oldenburg

Ebenfalls erstmals zu Gast auf dem Kramermarkt ist der „Hurricane“, eine Neuheit von 2018. Das Rundfahrgeschäft sieht zunächst harmlos aus, hat es aber in sich. Selbst eingefleischte Karussellfahrer sagen nach der Fahrt, lieber nicht mit vollem Magen einsteigen. Passend zum Namen entwickelt sich die Fahrt zu einem Wirbelsturm. Das Fahrerlebnis wird durch aufsteigenden Nebel sowie entsprechende Ton-, Licht- und Blitzeffekte begleitet.

Nichts für schwache Nerven ist die Geisterbahn mit ihren eindrucksvollen Überraschungseffekten und sehr echt wirkenden Geistern, die nicht ganz ohne sind. Wer es beschaulicher mag, sollte unbedingt „Atlantis Rafting“ ausprobieren. Nachdem die runden Boote den mit zehn Metern höchsten Punkt der Raftingbahn erreicht haben, folgt eine rasante Abwärtsfahrt wie auf einem reißenden Fluss auf einer Länge von 140 Metern. Wer wasserscheu ist, sollte den Regenmantel anziehen. Das Besondere: Die Boote drehen sich und die in der Mitte der Boote befindlichen drehbaren Lenkräder animieren dazu, die Fahrt selbst zu steuern.

Im Segment der Unterhaltungs- und Laufgeschäfte sind gleich zwei Oldenburg-Premieren zu verzeichnen: Das im Stil des Wilden Westens thematisierte Funhouse „Fuzzy’s Lachsaloon“ ist auf einer Frontlänge von 26 Metern mit allen Effekten eines klassischen Hindernisparcours ausgestattet und verteilt sich auf fünf Ebenen. Zum Schluss in zehn Meter Höhe werden die Besucher mit Hilfe eines Fallturms nach unten befördert. Ebenfalls erstmals in Oldenburg zu erleben ist das voll thematisierte Laufgeschäft „Viva Cuba“. Neben einer Vielzahl von Spielelementen dürften insbesondere der Wasserparcours, die extra hohe Kirchturmrutsche und drei rollende Tonnen beim Publikum gut ankommen.

Feucht-fröhlich geht es bei Fahrgeschäft Atlantis Rafting zu.

Feucht-fröhlich geht es bei Fahrgeschäft Atlantis Rafting zu.
Foto: Anja Michaeli

ie Achterbahn für Menschen ab vier Jahre verzichtet auf eine Über-Kopf-Fahrt.

Die Achterbahn für Menschen ab vier Jahre verzichtet auf eine Über-Kopf-Fahrt.
Foto: Anja Michaeli

Die bekannte Zeitreise wurde mit außergewöhnlichen Exponaten neu konzipiert.

Die bekannte Zeitreise wurde mit außergewöhnlichen Exponaten neu konzipiert.
Foto: Anja Michaeli

Erinnerungen an alte Schaustellerzeiten.

Erinnerungen an alte Schaustellerzeiten.
Foto: Anja Michaeli

Der Schaustellerverband Oldenburg feiert sein 120-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung über die Vergangenheit in einem Zirkuszelt.

Der Schaustellerverband Oldenburg feiert sein 120-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung über die Vergangenheit in einem Zirkuszelt.
Foto: Anja Michaeli

Natürlich gibt es auch neue Essensstände, die unter anderem ein Eis – hergestellt mit flüssigem Stickstoff – oder verschiedene Wraps bieten.

Natürlich gibt es auch neue Essensstände, die unter anderem ein besonderes Eis oder verschiedene Wraps bieten.
Foto: Anja Michaeli

Das „Hurricane“ sieht gar nicht so wild aus, hat es aber in sich.

Das „Hurricane“ sieht gar nicht so wild aus, hat es aber in sich.
Foto: Anja Michaeli

Der „Aeronaut“ ist der Hingucker in diesem Jahr.

Der „Aeronaut“ ist der Hingucker in diesem Jahr.
Foto: Anja Michaeli

Gruppenbild mit Dame: Sozialdezernentin Dagmar Sachse (Mitte) stellte heute gemeinsam mit Schaustellern und städtischen Mitarbeitern den Kramermarkt 2019 vor.

Gruppenbild mit Dame: Sozialdezernentin Dagmar Sachse (Mitte) stellte heute gemeinsam mit Schaustellern und städtischen Mitarbeitern den Kramermarkt 2019 vor.
Foto: Anja Michaeli

Karussellfans können sich zudem auf den „Commander“ freuen, ein rasantes Rundfahrgeschäft, in dem die Fahrgäste buchstäblich in alle Richtungen geschüttelt werden und zudem noch über Kopf gehen. Beeindruckende Lichteffekte sorgen für einen zusätzlichen Kick. Natürlich darf die „Wilde Maus XXL“ mit einer Höhe von 30 Metern und einer Schienenlänge von mehr als 600 Metern nicht fehlen. Dank VR-Brille bietet diese Anlage auf Wunsch darüber hinaus das einmalige Erlebnis, die Achterbahnfahrt in einer eigens geschaffenen virtuellen Welt und dadurch eine völlig andere Fahrt zu erleben.

Auch der „Fighter“ mit den sich in über 40 Metern Höhe überschlagenden Gondeln garantiert ein besonderes Fahrerlebnis. Ein weiterer Höhepunkt ist die Riesenschaukel „Konga“. Sie erreicht eine Flughöhe von 45 Metern und überrascht mit Spezialeffekten. Abgerundet wird das Angebot an Fahrgeschäften durch echte Klassiker wie „Break Dance“, „Musik-Express“, „Octopussy“, „Take Off“ und „Wellenflug“, die Jahr für Jahr das Oldenburger Publikum begeistern. Hierzu zählen auch die vier Autoscooter, die jede Menge Fahrspaß bieten.

Aber auch die jüngsten Gäste können sich auf den Kramermarkt freuen. Die im Piratenflair thematisierte Kinderachterbahn „Karibik Coaster“ mit den drehenden Gondeln steht ebenso auf dem Kramermarkt wie die Schiffsschaukel „Looping the Loop“, die Schleifen „EuroCar“ und „Highway Rallye“ sowie diverse Kinderkarussells, eine Rutsche und eine Reitbahn, die die Herzen der ganz jungen Kramermarkt-Fans höher schlagen lassen.

Kramermarkt 2019: Zeiten und Termine

Freitag, 27. September
Das große Erlebnisfeuerwerk am Eröffnungsabend findet um 22 Uhr auf dem Marktgelände statt. Für dieses „Spektral Feuerwerk“ wird der ganze Kramermarkt abgedunkelt. Es werden Spektralbrillen an die Besucherinnen und Besucher verteilt. Die Sichtfolie dieser Brillen bricht das Licht und fächert es in den schönsten Regenbogenfarben auf. Wiederholt wird das Spektakel am letzten Tag des Kramermarktes.

Samstag, 28. September
Der große Festumzug startet um 13.45 Uhr und wird voraussichtlich wieder mehr als 100.000 Menschen in die Innenstadt locken. Vom Staatstheater aus werden über 100 Festwagen und Fußgruppen zum Marktgelände an den Weser-Ems Hallen ziehen.

Montag, 30. September
Von 14 bis 19 Uhr findet unter dem Motto „Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein“ eine DKMS-Typisierungsaktion im Café Keese statt.
Alle kleinen und großen Prinzessinnenfans haben am Prinzessinnen-Tag von 15 bis 19 Uhr die Gelegenheit, Selfies mit ihren Lieblingsprinzessinnen zu machen.

Dienstag, 1. Oktober
Der EWE-Tag lockt bis 23 Uhr mit attraktiven Angeboten für die ganze Familie: 20 Prozent Rabatt auf alles (außer Tabakwaren).
Abends sorgen Brass Bands für musikalische Unterhaltung auf dem Marktgelände.

Freitag, 4. Oktober
Um 19.15 Uhr startet der beliebte Laternenumzug für die ganz kleinen Besucher in Richtung Kramermarkt. Treffpunkt: 18.30 Uhr am Alten Rathaus. Um 19.15 Uhr geht es dann unter musikalischer Begleitung zweier Spielmannszüge los in Richtung Festgelände.
Gegen 20 Uhr wird der Umzug auf dem Gelände des Kramermarktes erwartet, um das Kinderfeuerwerk „Kranichs Feuerzauber“ zu bestaunen.

Sonntag, 6. Oktober
Verkaufsoffener Sonntag und um 22 Uhr das große Abschluss-Erlebnisfeuerwerk.

Öffnungszeiten des Oldenburger Kramermarktes

Freitag, 27. September, 14 bis 1 Uhr
Samstag, 28. September, ab Eröffnung bis 1 Uhr
Sonntag, 29. September, 13 bis 23 Uhr
Montag, 30. September, 14 bis 23 Uhr
Dienstag, 1. Oktober, 14 bis 23 Uhr
Mittwoch, 2. Oktober, 14 bis 1 Uhr
Donnerstag, 3. Oktober, 13 bis 23 Uhr
Freitag, 4. Oktober, 14 bis 1 Uhr
Samstag, 5. Oktober, 14 bis 1 Uhr
Sonntag, 6. Oktober, 13 bis 23.30 Uhr

Vorheriger Artikel

Klinikum Oldenburg: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Nächster Artikel

Kramermarkt: Einstand des neuen Marktmeisters

1 Kommentar

  1. W. Lorenzen-Pranger
    3. Oktober 2019 um 0.11

    „Die bekannte Zeitreise wurde mit außergewöhnlichen Exponaten neu konzipiert.“

    …und das ist wirklich SEHR gelungen. Wer aus dem „normalen“ Publikum weiß heute noch, daß das Kino durch Schausteller groß gemacht wurde, daß das Puppenspiel, auch verschiedene Versionen des „Faust“, längst vor Goethe, durch Schausteller verbreitet wurden? Anatomie-Modelle, Requisiten des tägliche Lebens aus fernen Ländern wurden gezeigt – und das Variete hat – natürlich – auch hier seinen Ursprung.
    Unbedingt ansehen – und an die Schausteller die BItte, das weiter auszubauen. Das bringt euch mehr Respekt ein, den ihr wahrhaft verdient – und uns mehr Wissen über diesen wichtigen Aspekt unserer Kultur – die vielen Facetten der Unterhaltung, gegen die ein Fernseh-Dschungelcamp noch stümperhafter aussieht als sowieso schon.
    https://www.youtube.com/watch?v=cFzHzH52vLs (Der Film muß aus den frühen 60-ern stammen, ich hab das als Kind so mit zehn oder zwölf Jahren live gesehen.)