Stadt plant mehr Jugendbeteiligung

Die Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche sollen in Oldenburg verbessert werden.
Foto: WBMUL
Kinder und Jugendliche sollen kommunale Entscheidungen stärker mitgestalten. Dafür legt die Stadt ein Handlungskonzept mit acht Handlungsfeldern vor. Über die Umsetzung soll der Rat in Oldenburg am 28. September entscheiden. Neue Strukturen und bestehende Angebote sollen die Beteiligung verbindlicher machen.
Oberbürgermeister Jürgen Krogmann unterstützt das Vorhaben. „Kinder und Jugendliche sollen nicht nur über ihre Zukunft sprechen, sondern sie in Oldenburg auch ganz konkret mitgestalten können“, sagt er.
Jugendparlament mit klarer Struktur
Für das neue Gremium entstehen eine Satzung und eine Wahlordnung. Die Wahl ist später an zwei Tagen und mindestens vier möglichst wohnortnahen Standorten vorgesehen. Bei der Zusammensetzung strebt die Stadt eine geschlechterdiverse Besetzung an. Die Wirkung dieser Regelung soll später überprüft werden.
Im Jugendhilfeausschuss erhält die Jugendvertretung ein verbindliches Sitz- und Stellvertretungsrecht. Für den Geschäftsbetrieb ist ein eigenes Budget vorgesehen. Eine Geschäftsstelle im Amt für Jugend und Familie unterstützt die Mitglieder.
Mitwirkung auch im Alltag
Neue Beteiligungsmöglichkeiten sind für Schulen und Kindertagesstätten vorgesehen. Auch in der Jugendarbeit und direkt in den Stadtteilen sollen junge Menschen stärker einbezogen werden.
Bei der Planung von Grünflächen sollen ihre Interessen ebenso berücksichtigt werden wie bei der Neugestaltung öffentlicher Räume. Das gilt auch für Sanierungsprojekte.
Stadtjugendring und Stadtschülerrat sollen mit den neuen Strukturen zusammenarbeiten. Gleiches gilt für Jugendforum und Jugendfreizeitstätten. Digitale Möglichkeiten zur Mitwirkung will die Stadt ausbauen und bekannter machen. Beteiligungslotsinnen/-lotsen sollen zusätzlich dazu beitragen, die Perspektiven junger Menschen bei Entscheidungen der Stadt zu berücksichtigen.
Mehr als 400 junge Menschen einbezogen
In der rund 30-köpfigen Projektgruppe arbeiteten Jugendvertretungen mit Politik und Verwaltung zusammen. Schulen, Verbände und weitere Organisationen waren ebenfalls beteiligt.
Hinzu kamen Gespräche mit mehr als 400 Jugendlichen und jungen Erwachsenen während einer Veranstaltung im Alten Landtag. Beim Großen Jugendforum im Haus der Jugend wurden die zentralen Vorschläge ebenfalls beraten. Nach Angaben der Stadt stießen das geplante Parlament und die vorgesehenen Qualitätsstandards auf Zustimmung.
Gemeinsam mit jungen Menschen will die Stadt das zunächst auf drei Jahre angelegte Konzept regelmäßig überprüfen und weiterentwickeln.
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