Innenstadt

Schwedische Einkaufsstraße im Boykengang

Die Boykengang Passage in Oldenburg wird umgebaut. Bald geht es hier schwedisch zu.

Im Boykengang geht es demnächst schwedisch zu.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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LzO Beratung

Oldenburg (zb) – Die Türen zum Boykengang in Oldenburgs Fußgängerzone zwischen Kurwick- und Haarenstraße sind schon einige Zeit verschlossen. Doch seit ein paar Wochen wird hinter den Türen kräftig gewerkelt. 21 Firmen – darunter auch viele aus unserer Region – bauen die Passage um, die demnächst neu eröffnet wird und schon jetzt, gut einen Monat vor der Eröffnung, nicht wiederzuerkennen ist. Dafür sorgt Jens Fischer aus Dresden mit seiner Firma K.U.L.T.Objekt für Marken- und Erlebnisarchitektur.

Er hat von dem Online-Versandhändler Deerberg mit Sitz in Velgen bei Lüneburg nicht nur den Auftrag für die Konzeptentwicklung erhalten, sondern den Generalauftrag für die gesamte Passage. „Ich sorge hier für die vollständige Umsetzung des neuen Geschäfts“, berichtet Jens Fischer, der in ganz Deutschland und im Ausland tätig ist.

Das Versandunternehmen investiert neuerdings in den stationären Handel. Bislang gibt es ein Geschäft in Hannover und zwei in Münster. Oldenburg ist also das vierte Geschäft, in das Online-Kunden gehen können, nicht nur um Ware abzuholen, die sie zuvor von zu Hause am PC bestellt haben, sondern vor allem auch um sie anzuprobieren. „Man hat einfach erkannt, dass der direkte Kontakt mitunter sehr wichtig ist, um das Vertrauen der Kunden weiterhin zu bekommen“, sagt Jens Fischer. „Über eine Kabelverbindung funktioniert das nicht so leicht. Und Oldenburg ist genau das richtige Pflaster – offen und positiv mit hoher Lebensqualität. Hier gefällt der Lifestyle“, sagt Jens Fischer.

Die 1300 Quadratmeter umfassende lichtdurchflutete Passage ist innen komplett ausgebaut und mit neuer Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik sowie Elektrik ausgestattet worden und hat sich in eine schwedische Straße verwandelt mit typischen verschieden farbigen Häuserfassaden und hübschen Balkons, auf denen demnächst Schaufensterpuppen vor beleuchteten Fenstern stehen.

Unten sind die Häuser offen. Dort wird demnächst das Warensortiment ausgestellt, das vorwiegend aus Damenbekleidung und Schuhen besteht. Wer von der Haarenstraße hereinkommt hat das Gefühl, in ein schwedisches Landhaus zu gehen. Hochwertige Holzfußböden und aufwändige Dekoration kennzeichnen das Innere. „Es gibt verschiedene Themenbereiche“, klärt Jens Fischer auf und nennt als Beispiele einen Schulraum, in dem ein alter Schultisch mit Holzbank steht, ein Restaurant mit dazugehöriger Küche, in dem ein Herd aus uralten Zeiten platziert ist oder ein hanseatisches Kontor mit entsprechenden Möbeln. Das hochwertige Inventar dient als Dekoration. Auf Herd und Schulbank werden ab Mitte Oktober Textilien ausgestellt sein.

„Außerdem gibt es auf zwei Ebenen ein kleines Café“, verrät Jens Fischer. Wer über die Treppe in die erste Etage geht, hat von dort einen schönen Blick auf die schwedische Straße, kann Gebäck oder Äpfel essen, Tee trinken und sich einfach entspannen. Für die Männer gibt es eigens ein Herrenzimmer mit Kamin und einer Bibliothek. Das gehört zum Verkaufskonzept genauso wie die Spielewelt für Kinder mit großer Rutsche.

Gestern wurde Bergfest gefeiert, in gut einem Monat findet die offizielle Eröffnung statt. Die Oldenburger und ihre Innenstadtgäste können also gespannt sein auf das neue und in seiner Art einmalige Geschäft in der Fußgängerzone. „Aus Hannover und Münster wissen wir, dass sich die Kundinnen in diesem Ambiente mit der lockeren und ungezwungenen Atmosphäre gerne auch mal mehrere Stunden aufhalten“, weiß Jens Fischer.

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