Friseur-Innung feiert 125 Jahre

Klaas Heufer-Umlauf gratulierte der Friseur-Innung Oldenburg zum 125-jährigen Bestehen per Videobotschaft. Foto: Friseur-Innung Oldenburg
Mehr als 120 Gäste haben in der Alten Stadtkasse in Oldenburg das 125-jährige Bestehen der Friseur-Innung gefeiert. Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne sprach über Ausbildung und faire Regeln. Klaas Heufer-Umlauf gratulierte per Video.
Die Friseur-Innung Oldenburg hat ihr 125-jähriges Bestehen in der Alten Stadtkasse gefeiert. Mehr als 120 Friseur/innen und Branchenpartner/innen kamen zu der Jubiläumsveranstaltung. Grußworte, eine Auszeichnung der Handwerkskammer und eine Videobotschaft von Klaas Heufer-Umlauf prägten den Abend. Die Innung nutzte die Feier zugleich, um auf Ausbildung, Bürokratie und wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Friseurhandwerk aufmerksam zu machen.
Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne stellte in seinem Grußwort regelkonformes Unternehmertum und die Berufsausbildung in den Mittelpunkt. „Wer sich hier an die Regeln hält, darf sich nicht als derjenige fühlen, der als der Dumme dasteht, sondern den gilt es zu bestärken“, sagte Tonne. Mit Blick auf junge Menschen ergänzte er: „Ich will es nicht akzeptieren, dass junge Menschen ohne Berufsabschluss und ohne Schulabschluss und ohne Ausbildungsabschluss bleiben.“
Innung fordert weniger Bürokratie
Obermeister Oliver Bremer verwies auf steigende Löhne, Energie- und Materialkosten sowie hohe Abgaben. Zugleich könnten Friseurbetriebe ihre Preise nicht beliebig erhöhen. Als Beispiel für unnötige Bürokratie nannte er die Bonpflicht. „Wir wollen keine Sonderbehandlung, aber wir wollen faire Rahmenbedingungen“, sagte Bremer. Die Innung fordert zudem seit Jahren einen Umsatzsteuersatz von sieben Prozent für Friseurdienstleistungen.
Ehrenurkunde zum Jubiläum
Handwerkskammerpräsident Eckhard Stein überreichte der Innung eine Goldene Ehrenurkunde für ihr langjähriges Wirken. Er betonte die Bedeutung der Innungen für die Selbstverwaltung des Handwerks. „Für eine starke Handwerksorganisation brauchen wir funktionierende Innungen“, sagte Stein. Nach seinen Angaben kommen jedes Jahr Friseur/innen aus anderen Regionen nach Oldenburg, um sich an der Fachlehranstalt auf die Meisterprüfung vorzubereiten.
Auch die stellvertretende Bürgermeisterin Nicole Piechotta würdigte das ehrenamtliche Engagement in der Innung. Kreishandwerksmeister Boris Jersch verwies auf die freiwillige Mitgliedschaft als Grundlage der Interessenvertretung. Bremer forderte zugleich eine engere Zusammenarbeit zwischen Innungen sowie Landes- und Bundesverbänden. Dabei müssten große Salons, Filialbetriebe, Familienunternehmen, Barbershops und Soloselbstständige gemeinsam vertreten werden.
Klaas Heufer-Umlauf grüßt per Video
Zum Abschluss des offiziellen Teils zeigte die Innung eine zuvor geheim gehaltene Videobotschaft von Klaas Heufer-Umlauf. Der frühere Friseur begrüßte die Gäste mit den Worten: „Hallo, liebe Friseur-Innung Oldenburg“. Anschließend scherzte er über seinen Ausstieg aus dem Friseurhandwerk. Nur wenige Beteiligte hatten vorab von der Videobotschaft gewusst.
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