Filmfest

Festivalflair mitten in Oldenburg

Filmfest-Leiter Torsten Neumann stellte im Casablanca Kino erste Programmpunkte und Filme vor. Das 28. Internationale Filmfest Oldenburg läuft vom 15. bis 19. September.

Filmfest-Leiter Torsten Neumann stellte im Casablanca Kino erste Programmpunkte und Filme vor. Das 28. Internationale Filmfest Oldenburg läuft vom 15. bis 19. September. Das Programm gibt es unter www.filmfest-oldenburg.de
Foto: Volker Schulze

Oldenburg (vs / Paul Wieting) Filmfest-Chef Torsten Neumann wünscht sich zu seinem 28. Internationalen Filmfest einen Zebrastreifen vom Stadtmuseum zum neuen „Core“. Diese Orte in der Oldenburger Innenstadt spielen eine zentrale Rolle vom 15. bis 19. September. Sie liegen zwischen Casablanca, Exerzierhalle und der Kulturetage mit dem Cine k als weitere Spielorte des Festivals. Das Festival komme damit wieder direkt in die Stadt, freut sich der Filmfest-Organisator bei der Vorstellung erster Programmmpunkte. Im vergangenen Jahr gab es nur eine stark eingeschränkte und überwiegend digitale Version.

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Das „Core“ in der Heiligengeiststraße ist der neue Festivaltreffpunkt für das Kino-Publikum, den nationalen und internationalen Filmfest-Gästen sowie den Presseleuten. Auch einige Events sind für diesen Treffpunkt geplant. Das gegenüberliegende Stadtmuseum öffnet nochmal seine Räume und wird zum Kinosaal. Mit dem oberen Saal präsentiert Torsten Neumann dort einen neuen Spielort für seine Filme. Im angrenzenden Horst-Janssen-Museum ist die Fotoschau des Oldenburger Filmfest-Freundes und Fotografen Tim Brüning zu sehen.

Die Eröffnung mit dem deutschen Film „Leberhaken“ ist wieder in der Kongresshalle und die Abschlussgala mit den Preisvergaben findet im Oldenburgischen Staatstheater statt. Das Streaming-Angebot sorgt aber auch in diesem Jahr wieder dafür, dass die Filme weltweit geschaut werden können.

Der diesjährige Trailer „Oltrix“ mit Hardy Daniel Krüger in der Hauptrolle bringt Oldenburg erneut augenzwinkernd auf die Leinwand und ist ab Donnerstag bundesweit in rund 100 Kinos zu sehen.

Filmfest Oldenburg als Premieren-Festival bekannt

Als Premieren-Festival wird sich auch die 28. Ausgabe dem Kinopublikum und den Medienvertretern präsentieren, lässt sich den ersten Ankündigungen vernehmen. Und diese Filme haben es in sich, sind sie doch politisch brisant und bringen spannende Gäste in die Stadt. Dazu zählt zum Beispiel die Weltpremiere des lesbischen Liebesfilms “What happened to the Wolf“ aus Myanmar von Na Gyi, der mit seiner Lebenspartnerin und Darstellerin Paing Phyoe Thu gegen das dortige Militärregime protestiert hat und derzeit in einem Versteck lebt. Torsten Neumann kann nur über Umwege mit ihnen kommunizieren. Die Hauptdarstellerin des Films, Eaindra Kyaw Zin, sitzt zurzeit sogar im Gefängnis.

Mit „Foxhole“ kommt ein US-Antikriegsfilm von Jack Fessenden, ebenfalls als Weltpremiere, nach Oldenburg. Der 20-Jährige Jungregisseur war bereits vor fünf Jahren als Darsteller mit seinem Vater Larry Fessenden beim Filmfest zu Gast und kommt in diesem Jahr erneut nach Oldenburg.

Besonders stolz ist Torsten Neumann auf „Titane“, den Gewinner-Film der Goldenen Palme von Cannes von Julia Ducournaux, der als Deutschland-Premiere in Oldenburg läuft und in Cannes für großes mediales Aufsehen gesorgt hat.

Einen Trüffelschweinbesitzer spielt Nicholas Cage in „Pig“, der nach der Einschätzung von Torsten Neumann damit wieder eine besondere Rolle präsentiert. Ob der US-Star erneut nach Oldenburg kommt, ließ der Filmfest-Chef offen.

Die „Tatort“-Fans können sich auf zwei Weltpremieren vom Norddeutschen Rundfunk freuen. Axel Milberg ermittelt in Kiel als Kommissar Borowski in „Borowski und der gute Mensch“ und Wotan Wilke Möhring spielt den Hamburger Kommissar Falke in „Tyrannenmord“.

Nicholas Cage spielt in „Pig“ einen Trüffelschwein-Besitzer. Der US-Film von Michael Sarnowski läuft beim Filmfest-Oldenburg als Deutschland-Premiere.

Nicholas Cage spielt in „Pig“ einen Trüffelschwein-Besitzer. Der US-Film von Michael Sarnowski läuft beim Filmfest-Oldenburg als Deutschland-Premiere.
Foto: courtesy NEON

Thailändisches Symphonieorchester kultureller Höhepunkt

Vorfreude und Spannung mischen sich derzeit beim Filmfest-Team, wenn es um den Besuch des thailändischen Symphonieorchesters geht. Der thailändische Regisseur und Dirigent Somtow Sucharitkut wurde nach der Einreichung seines Films „The Maestro“ von Torsten Neumann gefragt, ob denn nicht die Hauptakteure des Films nach Oldenburg kommen wollen, um hier ein Konzert zu spielen. Diese Idee fand große Zustimmung, sodass der Dirigent, das Filmfest-Team und das niedersächsische Kultusministerium in engem Austausch stehen, um deren Reise nach Oldenburg unter den aktuellen Bedingungen zu ermöglichen und zu organisieren. Der in der Pandemie gedrehte Film mit dem Dirigenten und den Mitgliedern des Orchesters als Hauptakteure ist der Abschlussfilm des Festivals. Rund 20 Orchestermitglieder kommen nach Oldenburg, um im Staatstheater gemeinsam mit dem Bremer Jugendsymphonieorchester zu spielen.

Schneckenrennen und Posterversteigerung

Bevor das 28. Internationale Filmfest Oldenburg eröffnet wird, gibt es traditionell wieder verschiedene Veranstaltungen, um die Vorfreude auf die fünf Festivaltage zu steigern. Premiere feiert allerdings ein Schneckenrennen im „Core“ am 28. August um 17 Uhr, zu dem Schnecken (mit Haus) nach Vorbild der englischen Weltmeisterschaft eine gewisse Distanz möglichst schnell zurücklegen müssen. Oldenburger*innen sind aufgerufen, ihre Schnecken im Garten einzusammeln und ins Rennen zu schicken. Dazu läuft im Anschluss um 19.30 Uhr der Film „Kleine Schnecke, großer Traum“. Im „Schiller“ läuft am 31. August um 20.30 Uhr „The Truman Show“. Im Polyester Klub werden am 3. September wieder Filmplakate versteigert.

Zur Tradition gehört die Trailershow mit ersten Einblicken in das Programm. Die gibt es in diesem Jahr am 6. September in der Alten Fleiwa. Spätestens dann soll auch das Programmheft erscheinen.

Trailer

Der diesjährige Filmfest-Trailer ist angelehnt an den dystopischen Science-Fiction Film „The Matrix“. Hardy Daniel Krüger schlüpft – anstelle von Keanu Reeves – in die Hauptrolle des etwa dreiminütigen Streifens. Auf die bekannte humorvolle Art wird hier traditionell ein großer Filmklassiker mit Oldenburg in Verbindung gebracht. Der Trailer-Titel „The Oltrix“ deutet es bereits an.

Gedreht wurde unter der Regie von Torsten Neumann und Deborah Kara Unger in einer Oldenburger Wohnung. Als weiterer Drehort stand die Weser-Ems-Halle zur Verfügung.
Kamera und Schnitt sind dem Oldenburger Mathias Sachal zu verdanken. Die Produktion fand zudem Unterstützung durch Iyuno Germany und TrickWilk.

Neben der bundesweiten Ausstrahlung in den Kinos ist „The Oltrix“ auch in Kürze im Trailerarchiv der Filmfest Website zu finden.

Tickets Vorverkauf

Für den Eröffnungsfilm können Karten ab 31. August unter www.filmfest-oldenburg.de gekauft werden. Dort sind auch die Karten für die Streaming-Angebote zu bekommen. Für die Filme in den Oldenburger Spielstätten gibt es die Eintrittskarten ab 6. September in der Markthalle im „Core“. Dort sind auch die Dauerkarten erhältlich. Weitere Vorverkaufsstellen sind die Tourist-Info am Lappan sowie alle Adticket-Vorverkaufsstellen.

Das komplette Film-Programm, alle Informationen rund um das Festival sowie die aktuellen Regelungen stehen unter www.filmfest-oldenburg.de.

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