Sanierung Marke Eigenbau

Denise auf der Baustelle ihres Hauses. Hinter ihr soll später ein Schlafzimmer entstehen.

Denise auf der Baustelle ihres Hauses. Hinter ihr soll später ein Schlafzimmer entstehen.
Foto: Finn Gohra

In Oldenburg saniert Denise Meenen ihr Haus größtenteils selbst. Auf Social Media zeigt sie Fortschritte, Rückschläge und Improvisation – und will ermutigen, sich handwerkliche Arbeiten zuzutrauen.

Staubmaske auf, Handschuhe an, Kamera läuft: Denise Meenen saniert in Oldenburg ihr Haus von 1914 und übernimmt dabei einen Großteil der Arbeiten selbst. Unter der Woche kommt die Bauingenieurin im Bereich Tiefbau nur gelegentlich auf die Baustelle, meist gehen die Wochenenden für die Sanierung drauf.

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Online-Aufritt zeigt die Arbeit

Auf Social Media nimmt Meenen ihre Follower auf dem Kanal „Die_hausingenieurin“ mit durch den Baualltag. Freund/innen hatten ihr vorgeschlagen, die handwerklichen Arbeiten zu zeigen, daraus entwickelte sich ihr eigener Social Media-Auftritt. Ein Freund unterstützt sie inzwischen bei Videos und Beiträgen da Hauptberuf, Selbstständigkeit, Baustelle und Social Media sonst kaum unter einen Hut zu bringen wären.

Auf ihre Inhalte folgen im Netz auch negative Kommentare, meist von Männern. Mal wird ihre Arbeitsweise kritisiert, mal geht es um ihre Kleidung auf der Baustelle. „Mit der Zeit nimmt man das einfach nicht mehr so wahr und dann ist es einem auch irgendwann egal“, sagt sie. Die Reaktionen außerhalb des Internets erlebt sie dafür anders: Nachbar/innen und Handwerker sprechen sie auf die Arbeit am Haus an, Passant/innen bleiben davor stehen und schauen es sich an.

Wissen, wie es funktioniert

Beruflich arbeitet Meenen als Tiefbauingenieurin. Während sie auf den Start der Arbeiten an ihrem Haus wartete, bildete sie sich zusätzlich zur Energieberaterin weiter. Dahinter steckt derselbe Antrieb, der auch ihre Sanierung prägt. „Mir macht es Spaß zu wissen, wie Dinge funktionieren und technische Hintergründe zu verstehen“, sagt sie.

Zwischen Ehrgeiz und Grenzen

Der Einsatz kostet Zeit. Zu ihrem Hauptberuf kommen eine Selbstständigkeit, die Sanierung, Social Media und ihr Hund Charlie. Meenen erzählt von Phasen, in denen sie sich selbst zu stark unter Druck gesetzt hat. Dann lässt sie die Baustelle bewusst für einige Wochen ruhen. „Man kann halt nicht immer Vollgas geben“, sagt sie.

Nicht jedes Gewerk übernimmt die Bauingenieurin selbst. Wenn Zeit, Fachwissen oder Erfahrung fehlen, holt sie Handwerker hinzu. Menschen ohne Bauerfahrung rät sie bei einer umfassenden Sanierung zudem zu fachlicher Beratung.

Fertig ist ihr Haus noch lange nicht. Rund 40 Prozent seien geschafft. Bei der Sanierung sei Meenen bereits an ihre Grenzen gestoßen und habe zeitweise Freunde und Familie vernachlässigt. Trotzdem will sie anderen Mut machen, selbst anzupacken und sich von Fehlern nicht entmutigen zu lassen. Nicht jeder Handgriff müsse perfekt sein. „Man traut sich immer mehr zu. Man lernt immer mehr über sich selbst und deshalb macht das Spaß.“

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