Oldenburg

CSD trommelt für Schwulenrechte

Im vergangenen Jahr wurde es während des CSD Nordwest bunt, schrill und witzig – und auch sonnig.

Im vergangenen Jahr wurde es bunt, schrill und witzig – und auch sonnig.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (zb) „Bunt und laut wird der Christopher Street Day (CSD) am 21. Juni in Oldenburg“, kündigt Annie Heger, Sprecherin des Vereins Lesben- und Schwulen-Tag (LuST), an, die das vorläufige Programm vorstellte. Die „Warm-up-Party“ findet bereits am 24. Mai um 22 Uhr in Wilhelmshaven im Pumpwerk statt.

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Es ist die 20. Auflage der Demonstration. Begonnen hatte alles mit ein paar Hundert Teilnehmern, die für gleiche Rechte kämpften. Inzwischen hat sich der CSD in Oldenburg zu einem großen und längst etablierten Ereignis entwickelt, zu dem rund 10.000 Besucher erwartet werden. Oberbürgermeister Dr. Gerd Schwandner, der den CSD stets aktiv unterstützt hat, misst ihm einen hohen Stellenwert bei. „Nicht umsonst gilt Oldenburg als toleranteste und weltoffenste Stadt im Nordwesten“, erklärt er.

Tatsächlich finde Diskriminierung von Schwulen und Lesben in der Huntestadt eher selten statt, berichtet Heger. „Durch den CSD hat sich in Oldenburg viel verändert. Die Menschen haben erfahren, dass es keinen Grund für Vorurteile gegenüber anders lebenden Menschen gibt“, ist sie überzeugt. So besuchten immer wieder prominente Gäste aus Politik und Kultur den Oldenburger CSD, deren Hauptverantwortliche einen Tag vor der Parade offiziell im Rathaus empfangen werden. Zuvor findet am 18. Juni um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion mit alle drei Oberbürgermeister-Kandidaten statt. Am 15. Juni öffnet die Lambertikirche um 10 Uhr für einen CSD-Gottesdienst ihre Pforten.

Mit der „Nacht der kleinen Künste“ in der Kulturetage am 20. Juni ab 19.30 Uhr wird der CSD eingeläutet. Das „Showcase Musical Theater“ ist ebenso vertreten wie der Kabarettist Markus Barth, „Wildes Holz“, das Rock´n Roll auf der Blockflöte präsentiert, René Albert, bekannt als Wettkandidat bei „Wetten, dass…“, der mit einer Lichtjonglage aufwartet, sowie Daniel Megnet, der mit musikalischer Visual Comedy verzaubert, und den gefeierten Musikerinnen Meike Gottschalk und Ariane Baumgartner, die Abba pur singen.

Die eigentliche Parade mit einem Dutzend Wagen und zahlreichen Fußgruppen startet am 21. Juni um 12 Uhr und bewegt sich durch die Innenstadt. Der Umzug endet um 14 Uhr auf dem Schlossplatz, wo es eine Kundgebung mit Tatjana Taft, ehemals Miss Drag Queen Niedersachsen, Nord West, und Vize Miss Drag Queen Germany, bekannt durch ihre extravaganten Kostüme, gibt. Beim anschließenden Kulturfest wirken die Disco-Band „Pony M“ und die Oldenburgerin Esther Filly mit ihrer Amy Winehouse Tribute Show mit.

Der CSD endet mit der „Night oft the Pride“, die um 21 Uhr in der Kulturetage beginnt. Die deutsch-türkische DJane Ipek Ipekcioglu legt zusammen mit Local-Hero DJ Levin-Jonathan auf. Am anderen Tag werden die Reste auf dem Schlossplatz gekehrt. Denn der Verein LuST schwimmt nicht im Geld. Mit 10.000 Euro unterstützt die Stadt den CSD, 30.000 Euro kommen durch Spenden zusammen. „Und ob Conchita Wurst noch kommt, bleibt abzuwarten. Noch sind nicht alle Verträge unterschrieben“, erklärt Heger.

Bis zum 21. Juni bietet LuST ein umfangreiches Rahmenprogramm an. Diskussionen, Filme, Lesungen, Musik und vieles mehr sollen auf die Parade vorbereiten, die nach wie vor einen ernsten Hintergrund hat, denn in zahlreichen Ländern werden Lesben und Schwule nicht nur diskriminiert, sondern verfolgt und sogar getötet.

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