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Lange Nacht der aufgeschobenen Hausaufgaben

Die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausaufgaben an der Universität Oldenburg gibt Hilfe.

Schluss mit der Aufschieberitis, jetzt gibt es Hilfe.
Foto: Daniel Schmidt

Oldenburg (zb) Manch ein Student schiebt seine Hausaufgaben vor sich her. Der Druck wird immer stärker, die Blockade immer größer. „Die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausaufgaben“ an der Universität Oldenburg am Donnerstag, 6. März, von 18 bis 1 Uhr will damit Schluss machen.

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Angst vor dem leeren Blatt soll nach dem Willen der Organisatoren bald der Vergangenheit angehören. Denn während der Langen Nacht werden in der Unibibliothek gleich reihenweise niedrigschwellige Hilfen angeboten. „Bei uns muss sich niemand outen“, versichert Kerstin Schoof vom Organisationsteam der Bibliothek. „Wir wollen den Studierenden auf unkomplizierte Weise Wege zeigen, wie sich das weiße Blatt Papier schnell füllen kann.“

Tatsächlich bieten das Studentenwerk und die Bibliothek zahlreiche Angebote, die von der Einzelberatung über eine Schreibwerkstatt bis hin zu Workshops und Übungen reichen. „Es ist wichtig, das Thema aus der Tabuzone zu holen und deutlich zu machen, wie weit verbreitet dieses Problem ist. Die Betroffenen stehen keineswegs alleine davor. Dadurch relativiert es sich schon“, glaubt Kerstin Schoof, die rund 250 Besucher erwartet. Sie alle können an dem Abend mit Fachleuten ins Gespräch kommen und über ihre Blockade sprechen.

„Das Phänomen ist keinesfalls neu. Es kann auch nicht von einer Welle die rede sein“, versichert Wilfried Schumann, Leiter der Psychosozialen Beratungsstelle des Studentenwerks Oldenburg. „Fakt ist, dass der Druck auf die Studierenden durch das verschulte und damit getaktete Studium größer geworden ist. Außerdem haben Studierende mitunter eine extrem hohe Erwartung an sich selbst“, beobachtet er. Sie sind vom ersten Tag an damit beschäftigt, Punkte zu sammeln, die für ihre Noten und damit ihre Zukunft relevant sein können. Das führt bei einigen zu völligen Blockaden.“

Die Fachleute halten auch eine Diskrepanz zwischen Schule und Hochschule für möglich. „Die Unis haben ihren Leistungsdruck erheblich verschärft. Darauf sind einige Studierende vielleicht nicht vorbereitet. Außerdem erwartet niemand etwas von ihnen. Sie müssen sich selbst motivieren“, sagt Schumann. Der hofft, mit dem symbolischen und solidarischen Charakter der Veranstaltung Betroffene aus der Erstarrung heraus zu holen.

„Sie sollen einfach vorbeikommen und sich über das reichhaltige Angebot informieren und mit anderen ins Gespräch kommen“, rät Kerstin Schoof, die hofft, dass manch einer in den Workshops und Übungen mitmacht und merkt, es geht ja doch, das Blatt Papier ist nicht mehr weiß.

Internationale Studierende können sich durch das Sprachenzentrum der Universität und die Uni-Lotsen unterstützen lassen: Diese bieten Sprach- und Korrekturhilfen für die schriftlichen Arbeiten an. Für Abwechslung und körperliche Betätigung sorgen der Hochschulsport mit Yoga und einer „Bewegten Pause“. Die Bibliothek und die Café-Bar sind bis 1 Uhr geöffnet.

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