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Oldenburger Forscher züchten robuste Apfelsorten

Forscher der Universität Oldenburg wollen für ökologischen Landbau neue Apfelsorten züchten.

Forscher der Universität Oldenburg wollen für ökologischen Landbau neue Apfelsorten züchten.
Foto: Universität Oldenburg

Oldenburg (zb) Äpfel sind das Lieblingsobst der Deutschen. Jeder Bundesbürger isst pro Jahr rund 175 Äpfel. Damit das so bleiben kann und weiterhin ausreichend Äpfel im Angebot sind, ist an der Universität Oldenburg ein neues interdisziplinäres Forschungsprojekt gestartet worden, das die niedersächsische Landesregierung mit 564.000 Euro aus dem „Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung“ fördert.

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Drei Jahre lang werden Wissenschaftler der Universität mit externen Partnern, darunter ökologische Apfelzüchter aus dem Alten Land, in dem Verbund zusammenarbeiten, unter anderem um alte und besondere Apfel- und Birnensorten weiterzuentwickeln. „Inhaltlich geht es darum herauszufinden, wie sich der regionale Obstbau sichern lässt, wie innovative ökologische Züchtungskonzepte entstehen und sich der Zugang zu neu entstandenen Sorten offenhalten lässt“, berichtet Koordinator und Ökonom Prof. Dr. Bernd Siebenhüner.

Im Projekt arbeiten neben Bernd Siebenhüner, Hochschullehrer für Ökologische Ökonomie, Prof. Dr. Dirk Albach, Leiter der Arbeitsgruppe „Biodiversität und Evolution der Pflanzen“, und Prof. Dr. Stefanie Sievers-Glotzbach, Juniorprofessorin für Ökonomie der Gemeingüter und zwei externen Partnern zusammen, die für die praktische Züchtung zuständig sind. Dabei handelt es sich um den Förderverein „Saat:gut e.V.“ mit seinem Projekt „Apfel:gut“ sowie der Versuchs- und Beratungsring „Öko-Obstbau Norddeutschland“.

Eine Apfelzüchterin aus dem Alten Land hat die Wissenschaftler angesprochen, weil sie eine Ausschreibung des Landes zu nachhaltiger Agrarwirtschaft entdeckt hat. Konkret geht es den Obstbauern um die Züchtung neuer Sorten, die vor allem lagerfähig, wenig krankheitsanfällig sowie gegenüber Schimmel robust sind. Hintergrund ist die zunehmende Nachfrage der Wirtschaft beziehungsweise der Konsumenten nach Öko-Äpfeln.

Die Apfelsorten, die die Projektpartner weiterentwickeln wollen, zeichnen sich oft durch eine große genetische Vielfalt aus. Ein Schwerpunkt der Züchtung soll dabei auf der Vitalität und der Resistenz gegenüber einem bestimmten Schorf verursachenden Pilz liegen. „Die resultierenden neuen Sorten sollen sich mit weniger Pflanzenschutzmitteln kultivieren lassen, gemeinnützig entwickelt und folgerichtig als Gemeingut nutzbar sein“, sagt Bernd Siebenhüner.

Dirk Albach wird mit seinem Team unter anderem genetische Analysen vornehmen. Ähnlich wie bei der Grünkohlforschung soll herausgefunden werden, welche Gene besonders stark und wertvoll sind für neue Apfelsorten. Schließlich sollen sie nicht nur gut schmecken, sondern auch gesund und haltbar sowie resistent gegen Krankheiten und Schimmelbefall sein.

„Tatsächlich ist im ökologischen Landbau in den letzten Jahren wenig Züchtung betrieben worden“, berichtet Bernd Siebenhühner. „Man hat bislang auf alte Sorten gesetzt.“ Doch inzwischen stellen die Obstbauern fest, dass die Nachfrage nach ökologischen Äpfeln erheblich zunimmt. „Das Projekt wird vermutlich fünf Jahre dauern, ehe wir den ersten Apfel ernten und analysieren können“, sagt der Wissenschaftler, der sich über den Forschungsverbund freut und selbst gespannt auf das Ergebnis ist.

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