Bürgerfelde

Brückenabriss auf Alexanderstraße beginnt

Die Autobahnbrücke über die Alexanderstraße in Oldenburg wird ab dem 17. März abgerissen.

Die Autobahnbrücke über die Alexanderstraße wird ab dem 17. März abgerissen.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) Am 17. März ist es soweit: Dann wird die 70 Meter lange und insgesamt 23 Meter breite Autobahnbrücke im Zuge der A293 über die Alexanderstraße in Oldenburg halbseitig abgerissen, um sie zu erneuern. Grund sind drohende Statikprobleme, die künftig durch zunehmende Schwerverkehre ausgelöst werden. „Die Brücke ist keinesfalls marode“, stellt Joachim Delfs, Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg, bei der Vorstellung der zu erwartenden Bauarbeiten heute klar. „Es besteht derzeit keinerlei Gefahr“, versichert er.

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Bereits seit zwei Jahren laufen die Vorarbeiten und inzwischen sind alle Bauaufträge vergeben. Noch in diesem Monat wird tageweise die Kreuzung gesperrt, um sie für den Abriss vorzubereiten. Fußgänger und Fahrradfahrer, aber auch Busse und andere motorisierte Fahrzeuge werden künftig anders geführt. Zunächst wird der stadtinnenseitige Teil abgerissen, denn die Brücke bleibt während der Abrissarbeiten zur Hälfte für den Fahrzeugverkehr erhalten damit der Verkehr –allerdings mit Verzögerungen – einspurig in beide Richtungen fließen kann. Alle jetzigen Abbiegebeziehungen bleiben bestehen.

„Zur Sicherheit werden permanent Messungen bezüglich der Durchbiegung der Brücke vorgenommen“, sagt Delfs und spricht von einer „reinen Vorsichtsmaßnahme“. Zwischen Westkreuz und Etzhorn müssen sich die Autofahrer bei Tempo 80 einfädeln, im Baustellenbereich selbst muss 60 km/h gefahren werden. Die Polizei kündigte an, das Geschehen zu beobachten und bei Bedarf auch Geschwindigkeitsmessungen durchzuführen.

Über die stadtaußenseitige Brückenhälfte der A293 in Oldenburg fließt der Verkehr demnächst einspurig in beide Richtungen.

Über die stadtaußenseitige Brückenhälfte (rechts) fließt der Verkehr demnächst einspurig in beide Richtungen.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Sobald die erste Hälfte der Brücke Ende des Jahres fertiggestellt ist, wird anschließend die zweite alte Hälfte abgerissen und erneuert. Währenddessen läuft der Verkehr einspurig über die neue Brückenhälfte. Insgesamt zwei Jahre werden die Bauarbeiten dauern. Die Komplettkosten belaufen sich auf etwa zehn Millionen Euro. Die neue Brücke wird 78 Meter lang und 29 Meter breit sein. Die Lärmschutzwände werden von 2,50 auf 3,50 Meter erhöht. Zudem wird das Bauwerk optisch erheblich ansprechender daherkommen als das jetzige.

„Es ist der zunehmende Schwerlastverkehr, der eine Erneuerung der Brücke notwendig macht“, klärt Delfs auf. „Die jetzige Brückenkonstruktion ist künftigen Belastungsanforderungen nicht mehr gewachsen.“ Die Brücke kann den zunehmenden Güterverkehr nicht mehr tragen. „Würden nur Autos über die Brücke fahren, könnte sie noch Jahrzehnte stehen bleiben“, sagt Delfs und verweist auf die Verkehrsentwicklung der vergangenen knapp 65 Jahre.

„1950 fuhren durchschnittlich pro Tag 3000 Kraftfahrzeuge auf vergleichbaren Autobahnabschnitten, 1975 waren es bereits 25.000 und 2014 rollten täglich 50.000 Fahrzeuge über die Autobahnbrücke. Die Tendenz ist stark steigend. Man nimmt bis 2050 eine Steigerung von 100 Prozent bei ohnehin schon hohem Niveau an“, berichtet er. Unter den Fahrzeugen befinden sich immer mehr Lkw mit schweren Achslasten und zahlreichen überladenen Lastwagen. Zudem werden immer mehr Anträge für Schwerlasttransporte gestellt. Allein in Niedersachsen waren das 2014 mehr als 100.000 Anträge. Tendenz steigend.

Dafür ist die Brücke über die Alexanderstraße nicht ausgelegt. Es existiert seit 2011 eine Nachrechnungsrichtlinie des Bundesverkehrsministeriums, die alte Brücken auf einen neuen Stand bringen soll. In Niedersachsen sind 220 Bauwerke betroffen, im Zuständigkeitsbereich der Oldenburger Landesbehörde sind es rund 50, von denen einige schon erneuert sind, andere in ein paar Jahren folgen wie beispielsweise die Huntebrücke im Zuge der A29 und drei weitere Brücken auf der Südumgehung im Zuge der A28. Die Stadt Oldenburg muss sich also auf jahrelange Verkehrsstörungen vorbereiten.

„Für die Stadt Oldenburg ist es eine der größten Baumaßnahmen, die nicht ohne Verkehrsfolgen bleiben wird“, sagt Bernd Müller, Leiter des Amtes für Verkehr und Straßenbau. „Deshalb wird die Stadt in den kommenden zwei Jahren im Bereich der Baustelle und möglichen Umleitungsstrecken keinerlei eigene Baustellen eröffnen.“ Die unverzichtbaren Vollsperrungen der Autobahn und der Alexanderstraße beginnen im Februar und werden rechtzeitig von der Landesbehörde angekündigt.

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1 Kommentar

  1. Jürgen Schober
    17. Februar 2017 um 13.02

    Frage zum Neubau. Wird die neue Brücke breiter? Eventuell eine Fahrspur mehr?