Oldenburg

Amateurfunk: Kommunikation ohne Grenzen

Amateurfunker Thorsten Meinen aus Oldenburg funkt seit mehr als 15 Jahren.

Thorsten Meinen funkt seit mehr als 15 Jahren.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (am) Jäger hängen sich Geweihe an die Wand, Modellbauer stellen ihre Objekte und Sportler ihre Trophäen in die Regale. Auch Amateurfunker sammeln mit Leidenschaft: Eines ihrer Ziele ist es, möglichst außergewöhnliche Funkerkarten von besonderen „Stationen“ zu erhalten. Aber auch Experimente, Wettbewerbe und ein gemeinsames Miteinander sind Teile ihres Hobbys. Funker gehören auch im digitalen Zeitalter nicht zum alten Eisen.

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Was macht ein Funkamateur?

Viele der heutigen Amateurfunker haben mit CB Funk begonnen. Die Technik ist vielen Menschen bekannt, weil sich auch heute noch von Lkw-Fahrern auf ihren Fahrten genutzt wird. Reichweiten von zirka 30 Kilometern können damit erzielt werden. Anders beim Amateurfunk: Funkstrecken können rund um den Globus aufgebaut werden. Dabei werden – im Gegensatz zum CB Funk – oft die Geräte, Messinstrumente und Antennen selbst gebaut. Die Funkamateure benötigen Kenntnisse der Funktechnik und der entsprechenden Bestimmungen. Deshalb müssen sie eine Prüfung ablegen.

Völkerverständigung

Amateurfunk kennt keine Grenzen. Kontakte in alle Welt und zu Ländern aller Regierungsformen waren und sind die tägliche Praxis. Pflege der Freundschaften, die Förderung international aufgeschlossener Gesinnung, der Toleranz und der Kultur sind die Grundlagen der Aktivitäten. Während freie Informationen via Internet und Satellitentechnik manipuliert werden können, sind Kurzwellensender schnell und flexibel zu betreiben und daher kaum angreifbar. Die Informationsfreiheit bleibt erhalten.

Katastrophenfunk und Krisenzeiten

Wenn die Kommunikation zusammenbricht, sind es die Funkamateure, die mit einfachen Mitteln die notwendigen Kontakte herstellen können. Nach Erdbebenkatastrophen (zum Beispiel Armenien, Türkei) und beispielsweise bei der Flutkatastrophe in Hamburg kam ihre Hilfe zum Einsatz. In Entwicklungsländern und zu Krisenzeiten ist die Erreichbarkeit für Hilfsorganisationen oft nur über Funkamateure möglich.

Nachwuchs in der Nachrichtentechnik

Funkamateure waren schon immer an der Entwicklung neuer Übertragungsverfahren wie Einseitenbandtechnik, Schmalbandfernschreiben, digitaler Satellitenfunk, Laserlichtsprechen und Frequenzsprungverfahren beteiligt. „Das ist der Grund, warum dieses Hobby als die besonders wichtige Schmiede für den technischen Nachwuchs in der Nachrichtentechnik angesehen wird“, so Thorsten Meinen, Ortsvorsitzender der Amateurfunker Oldenburg. Mit einfachen technischen Demonstrationen, Kursen der Ortsverbände und Besuchen bei Funkamateuren wird die Jugend an die weltumspannenden Funktechniken mit ihren vielen Funkbetriebsarten, wie zum Beispiel Telegrafie, Telefonie, Bild- und Datenübertragung in den verschiedenen Frequenzbereichen herangeführt.

Über die Faszination dieses Hobbys sprach Enzo Franke, Praktikant der OOZ-Redaktion, mit Thorsten Meinen, Ortsvorsitzender der Amateurfunker Oldenburg.

Verbände der Funkamateure

Im Jahre 1925 gründeten Vertreter aus neun Ländern die Internationale Amateur Radio Union (IARU), die nach ihren heutigen Statuten der Dachverband von insgesamt 140 nationalen Vereinigungen der Funkamateure ist. Die IARU wiederum hat Beobachterstatus mit beratender Funktion bei der ITU, einer Unterorganisation der UNO, die in regelmäßigen Sitzungen die Frequenzbereiche der einzelnen Funkdienste weltweit festlegt. Der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) als Interessenverband der Funkamateure in der Bundesrepublik Deutschland gehört der IARU an.

Die Amateurfunker Oldenburg

Im Verein Amateurfunker Oldenburg treffen sich CB Funker und Amateurfunker. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig, informieren Interessierte und sind bei den Prüfungen behilflich. Weitere Informationen gibt es unter www.darc.de oder www.amateurfunk-oldenburg.de.

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