Verbraucherzentralen hoffen auf deutsche EU-Ratspräsidentschaft

EU-Fahne, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundesregierung soll nach dem Willen der Verbraucherzentralen die am 1. Juli beginnende deutsche EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um Verbraucher in der Coronakrise besser zu schützen. Eine „starke Verbraucherschutz-Agenda“ würde dem europäischen Projekt wieder neuen Schwung verleihen, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Als Lehre aus der Coronakrise fordern wir den Aufbau einer europäischen Medikamente- und Schutzgüterindustrie sowie massive Investitionen in digitale Infrastruktur und Innovationen.“

Verbraucherrechte dürften „auch in Krisenzeiten nicht geschliffen und geopfert werden“, so Müller und stellte der Bundesregierung in dieser Frage „ein eher gemischtes Zeugnis“ aus. Den von der Regierung geplanten Zwangsgutscheinen bei ausgefallenen Reisen habe die EU-Kommission zum Glück einen Riegel vorgeschoben. Die Verbraucherzentralen beobachteten mit Sorge, dass manche Wirtschaftsvertreter „in einen dreisten Wünsch-Dir-Was-Modus gewechselt sind, auf Kosten von Verbrauchern und der Allgemeinheit“, sagte Müller. Insbesondere die Reisebranche versuche, die Kosten der Krise „voll auf die Verbraucher abzuwälzen, indem sie Vorkasseleistungen ihrer Kunden bei ausgefallenen Reisen in Zwangskredite umwandeln möchte“.

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Foto: EU-Fahne, über dts Nachrichtenagentur

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