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Union schließt Ausgangssperre für Ältere nicht aus

Senioren, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der kommissarische Vorsitzende des Bundestag-Rechtsausschusses, Heribert Hirte (CDU), hält es für wahrscheinlich, dass infolge der Coronakrise Ältere und Risikogruppen länger Einschränkungen in Kauf nehmen müssen als der Rest der Gesellschaft. „Es geht um die Verhältnismäßigkeit“, sagte Hirte dem „Handelsblatt“ (Mittwochsausgabe). „Abzuwägen sind hier etwa die Belastungen für einzelne Gruppen und die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems im Interesse aller.“

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Schon jetzt gingen einige Ansätze in diese Richtung, so die Besuchsverbote in Altenheimen oder die Empfehlung, dass Enkel den Kontakt zu ihren Großeltern vermeiden. „Wir müssen hin zur Verantwortungsgesellschaft“, mahnte Hirte. Der SPD-Politiker Ralf Stegner warnte unterdessen vor einem „Wettlauf um die gravierendsten Einschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger“. Bei den gewaltigen Herausforderungen für das Gesundheitswesen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt komme es darauf an, „dass das konsequent durchgesetzt wird, was gemeinsam vereinbart wurde“, sagte der Fraktionschef im schleswig-holsteinischen Landtag dem „Handelsblatt“. Alle Maßnahmen, das öffentliche Leben herunterzufahren, aber insbesondere die Abstands- und Hygieneregeln, dienten dem Zweck, den Verlauf der Infektionsausbreitung zu verlangsamen und Leben zu retten, so Stegner. Das habe „absolute“ Priorität. „Diese Krise sollte nicht für den üblichen politischen Profilierungswettbewerb missbraucht werden, um ständig neue spektakuläre Einschränkungen zu fordern“, mahnte der SPD-Politiker.

Foto: Senioren, über dts Nachrichtenagentur

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3 Kommentare

  1. Dagmar
    25. März 2020 um 20.20

    Wie will man Risikogruppen definieren? Raucher, Diabetiker, Asthmatiker, Menschen mit Bluthochdruck, etc.? Und woher kommen die Daten? Von den Krankenkassen? Ich glaube nicht, dass das datenschutzrechtlich korrekt ist, wenn Krankenkassen Gesundheitsdaten an den Staat übermitteln ohne Einverständnis des Mitglieds. Und wer soll deren Gehälter zahlen – unwahrscheinlich, dass der Arbeitgeber dies tut. Und was ist mit Mehrgenerationenhaushalten, wo Junge und Alte zusammenleben? Dürfen die Jungen dann künftig auf der Straße schlafen, weil Menschen über 65 isoliert werden müssen. Das Konzept ist doch wenig ausgereift und zeugt mal wieder von blankem Aktionismus.

  2. Ute Baden
    26. März 2020 um 14.43

    Das nenne ich mal Sinn oder besser Unsinn : Ich 60 Jahre muss arbeiten und darf raus aber mein Ehemann 70 Jahre nicht. Dann koennte ich mich mit Corona anstecken und auf meinen Ehemann übertragen. Oder sollen wir uns dann etwa trennen. Da kann ich nur sagen Witz komm raus.

  3. Helga Menzel
    28. März 2020 um 13.02

    Sowas ist keine Geunsundheitsschutz sondern Altersdiskriminierung!!! Frage mich, wie das denn laufen soll Ich soll durch Pflegedienste entmündigt werden oder wie?? Pflegedienste sollen meine Bankgeschäfte und Arztbesuche übernehmen . So langsam geht das irgendwie in eine merkwürdige Richtung würde ich sagen. Da lasse ich mir einfach was einfallen. Nämlich, sofern ich mich anstecke, daß ich auf jegliche Behandlung verzichte. Und dann??