Tierschutzbund hält neue Haltungskennzeichen für Etikettenschwindel
Bonn (dts Nachrichtenagentur) – Der Deutsche Tierschutzbund lehnt das von der Bundesregierung geplante Tierhaltungskennzeichen ab. „Die Kriterien sind zu schwach, entscheidende Bereiche wie Transport und Schlachtung bleiben unangetastet, und bisher bezieht sich alles auch nur auf die Haltung von Schweinen“, sagte Verbandspräsident Thomas Schröder der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Er könne da nur von Etikettenschwindel reden. Am Mittwoch will Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) voraussichtlich den Entwurf ins Bundeskabinett in Berlin einbringen. Geplant ist eine Kennzeichnung entlang von fünf Stufen. Verbraucher sollen bereits auf der Verpackung erkennen können, wie das Tier gelebt hat. Weil nur der Status quo gekennzeichnet werde, seien damit keinerlei Fortschritte beim Tierschutz verbunden, so Schröder. Er appellierte an die Parteien im Bundestag, im anstehenden Gesetzgebungsverfahren noch einmal nachzuschärfen: „Wenn dies nicht gelingt, wäre es aus unserer Sicht besser, den Prozess zu stoppen: Lieber gar kein Kennzeichen als eines, das den Weg zu mehr Tierschutz extrem belastet.“ Auch aus anderen Bereichen, etwa der Wirtschaft, hatte es zuvor Kritik gegeben. Die Handelskonzerne etwa warnten aufgrund der Komplexität der geplanten Kennzeichnung vor einer Verteuerung und Verknappung von Hackfleisch.
Foto: Thomas Schröder (Deutscher Tierschutzbund), über dts Nachrichtenagentur
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