Studie: Umstieg auf Wasserstoff in Deutschland besonders teuer

Wasserstoff-Behälter (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der Umbau der Industrie weg von Erdgas und Öl hin zu grünem Wasserstoff droht hierzulande besonders kostspielig zu werden.

Der Energieträger, der mit überschüssigem Ökostrom erzeugt wird, werde „kurz- bis mittelfristig noch knapp und in Deutschland auch längerfristig noch teuer sein“, heißt es in einem Wasserstoff-Potenzialatlas, den das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung und sieben weitere Einrichtungen vorgelegt haben. Das Bundesforschungsministerium hatte die Studie, über die der „Spiegel“ berichtet, gefördert.

Anzeige

„Deutschland muss innerhalb der EU und weltweit mit den höchsten Wasserstoffpreisen rechnen“, sagte Fraunhofer-Professor Martin Wietschel. In einem Marktmodell prognostizieren die Autoren für das Jahr 2050 Großhandelspreise von 132 Euro je Megawattstunde (MWh) grünen Wasserstoff in Deutschland und 139 Euro in den Niederlanden. Innerhalb Europas wird der Energieträger demnach in Großbritannien (70 Euro) und Spanien (74 Euro) deutlich günstiger sein. Zum Vergleich: Die klimaschädliche Alternative Erdgas kostet im Großhandel in diesem Jahr etwa 34 Euro je MWh.

Ursache der hohen Preise ist die Kombination aus einer hohen Nachfrage, vor allem aus der Chemie- und Stahlindustrie, und dem begrenzten Potenzial erneuerbarer Energiequellen in Deutschland. Der teure Wasserstoff ist ein Wettbewerbsnachteil – zum Beispiel für hiesige Stahlhersteller, die Milliarden Euro in neue Anlagen investieren, die künftig Wasserstoff einsetzen sollen. Die Forscher halten zudem fest, dass EU-Staaten mit hohem Bedarf – zum Beispiel Deutschland – viel Geld in Wasserstoff investierten, Länder mit günstigen Voraussetzungen indes nur wenig. „Hier sollten künftig die Schwerpunkte richtig gesetzt werden“, so Wietschel.

Für den Atlas haben die Fachleute nicht nur Erzeugungspotenziale und Strompreise in Dutzenden Staaten untersucht, sondern auch andere Kostenblöcke: die Finanzierung sowie die Speicherung und den Transport von Wasserstoff. Vielversprechende Exportstaaten sind demnach Marokko und die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Kanada, Brasilien und Chile.

dts Nachrichtenagentur

Foto: Wasserstoff-Behälter (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenDröge kritisiert Merz bei StromsteuersenkungNachrichtenBerlins SPD-Chef kritisiert Dobrindts Anti-Vergesellschaftungs-PlanNachrichtenBauindustrie kritisiert Gesetzentwurf zum Gebäudetyp E
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NiedersachsenFrau stirbt nach Brand in Wohnhaus in Westerholt im Landkreis WittmundNachrichtenSaar-CDU drängt auf Entscheidung bei Steinmeier-NachfolgeNiedersachsenEinbruch auf Friedhof, Automatenaufbruch und schwerer Unfall im HeidekreisNiedersachsenLinken-Chef Pantisano fordert Audi-Chef Döllner zum Rücktritt aufNachrichtenDeutschland fordert humanitären Zugang zur belagerten Stadt TaisNachrichtenAuch Schwesig drängt auf Stromsteuersenkung für alle

Anzeige

StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKramermarktUOdMVerkehr
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok