SPD wirft USA bei Nord Stream 2 „Sabotage“ vor

Bau von Nord Stream 2, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die SPD-Fraktion im Bundestag hat mit scharfer Kritik auf die US-Sanktionsdrohungen gegen deutsche Beteiligte am Pipeline-Projekt Nord Stream 2 reagiert. „Die USA drehen im transatlantischen Verhältnis auf gefährliche Weise an der Eskalationsschraube und setzen die politischen und ökonomischen Beziehungen zwischen Deutschland, Europa und den USA bewusst einer immer stärkeren Gefährdung aus“, sagte Carsten Schneider, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, der „Welt“ (Donnerstagsausgabe). Vertreter der US-Regierung hatten vergangene Woche mit deutschen Auftragnehmern des russischen Pipeline-Projekts Einzelgespräche geführt und dabei auf unmittelbar drohende Sanktionen nach dem „Countering America`s Adverseries Through Sanctions Act“ (CAATSA) hingewiesen.

Aus Sicht des Fraktionsgeschäftsführers sind die „unverhohlen ausgesprochenen Drohungen nichts anderes als aktive Sabotage energiepolitischer Kerninteressen Europas.“ Der Fraktionsgeschäftsführer rief die Bundesregierung dazu auf, ihre europäische Ratspräsidentschaft zu nutzen, um „die Sanktionsresilienz Europas“ schnell zu erhöhen: „Deutschland und Europa, als weltweit größter Binnenmarkt, können sich nicht wie ein Vasallenstaat behandeln lassen.“ Schneider forderte „intelligente Gegenmaßnahmen, die dann eben US-Exporteuren weh tun müssen“. Zudem müsse auf europäischer Ebene auch darüber nachgedacht werden, „wie wir die von den Sanktionsdrohungen betroffenen europäischen Unternehmen unterstützen können“. So könnten diese möglicherweise dabei unterstützt werden, vor US-Gerichten gegen die „völkerrechtswidrige Politik der US-Administration und des Kongresses“ vorzugehen. „Auf die neue Qualität destruktiver, ausschließlich von energiepolitischen Eigeninteressen geleiteten US-Politik muss Europa mit Selbstbewusstsein reagieren“, forderte der SPD-Fraktionsgeschäftsführer. „Denn die US-Wirtschaft ist in vielen, teils strategisch wichtigen Bereichen auch stark von den Produkten und dem Know-how europäischer Unternehmen abhängig.“

Anzeige

Foto: Bau von Nord Stream 2, über dts Nachrichtenagentur

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenNRW-Landtagspräsident regt automatische Ordnungsgelder anNachrichtenNRW-Landtagspräsident regt automatische Ordnungsgelder anNachrichtenNRW-Landtagspräsident regt automatische Ordnungsgelder an
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NachrichtenTausende Lehrkräfte seit Jahresbeginn arbeitslosNachrichtenTausende Lehrkräfte seit Jahresbeginn arbeitslosNachrichtenUnions-Frauen wollen Kandidatin für Amt des BundespräsidentenNachrichtenVoigt will Debatte um Merz beendenNachrichtenReiche mahnt Reformkurs im Sozialsystem anNiedersachsenBericht: Länder erhöhen Druck wegen Tankrabatt im Bundesrat

Anzeige

StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKommunalwahl 2026UOdMVerkehrFilmfest
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok