Scharfe Kritik an hoher Akademikerquote im Bundestag

Zwei Bundestagsabgeordnete, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Politiker und Experten sehen gravierende Probleme für die Gesellschaft und das gesamte parlamentarische System wegen der fehlenden Repräsentanz weiter Bevölkerungsschichten im Bundestag. „Für die demokratische Willensbildung ist es gut, wenn alle Bevölkerungsgruppen im Parlament vertreten sind“, sagte Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, der „Bild“.

Deshalb sollten mehr handwerkliche Berufe und mehr Unternehmer im Bundestag sein. Der Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) geht in seiner Kritik noch weiter, konstatierte in „Bild“, die „Interessen der hart arbeitenden Menschen“ würden „nicht berücksichtigt“ im Parlament. Folge: Es seien unter anderem Kosten für Pendler und Lkw-Fahrer zu hoch. Der Abgeordnete Manfred Todtenhausen (FDP) bestätigte: „Die geringe Zahl von Handwerkern und Unternehmern im Bundestag steht in keinem Vergleich zur Wirklichkeit. Der hohe Anteil von Juristen, Steuerberatern und Beamten im Bundestag bräuchte ein Gegengewicht, um die Balance wieder herzustellen.“

Anzeige

Unterstützung bekommt der FDP-Politiker von Professor Armin Schäfer: „Nicht-Akademiker könnten sich von diesem Bundestag nicht vertreten fühlen. Für die Demokratie in Deutschland ist das ein Problem.“ Schäfer sagte weiter: „Es liegt nun an den Parteien, den Zugang zum Parlament gerechter zu gestalten. Freiwillige Nicht-Akademiker-Quoten könnten die Sitzverteilung im Bundestag gerechter machen.“

Auch der CDU-Politiker Hermann Färber forderte in der Zeitung: „Das Parlament sollte ein Spiegelbild der Gesellschaft sein. Insofern bin ich der Meinung, dass möglichst viele unterschiedliche Berufsbilder sowie Personen- und Altersgruppen als Abgeordnete im Bundestag vertreten sein sollten.“ 192 der 736 Bundestagsabgeordneten studierten Rechts- oder Staatswissenschaften, rund 30 Prozent arbeiteten im öffentlichen Dienst. Selbstständig im Handwerk, Gewerbe, Handel und Industrie sind nur 22 der 736 Abgeordneten.

13,7 Prozent der Abgeordneten waren selbstständig in Rechts-, wirtschafts- und steuerberatenden Berufen.

Foto: Zwei Bundestagsabgeordnete, über dts Nachrichtenagentur

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenUS-Börsen uneinheitlich – Preise für Öl und Gold fallenNachrichtenJunge Union in Sachsen-Anhalt will mit AfD zusammenarbeitenNachrichtenGästeliste für Berliner Mittagessen mit „Gleichgesinnten“ steht
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NiedersachsenLies gegen Kahlschlag bei VWNachrichtenRentenstreit: Schwesig wirft Merz mangelnden Dialog vorNachrichtenBrandanschlag vereitelt: Polizei fasst mutmaßlichen SaboteurNachrichtenLottozahlen vom Mittwoch (26.08.2026)NachrichtenGrüne kritisieren mangelnde Klima-Beschlüsse bei KabinettsklausurNachrichtenInfratest: AfD legt in Sachsen-Anhalt etwas zu – BSW draußen
StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKommunalwahl 2026StadionneubauCäcilienbrücke
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok