Sächsische Kleinstadt verbietet „Stolpersteine“

Foto: via dts Nachrichtenagentur
Im Sächsischen Heidenau hat der Stadtrat ein Verbot der Verlegung weiterer „Stolpersteine“ beschlossen. Laut eines Berichts der „Bild“, die bereits im Vorfeld von dem Vorhaben berichtete hatte, votierten in geheimer Abstimmung am Donnerstag 13 Stadträte für das Verbot, sechs dagegen, es gab eine Enthaltung. Den Antrag eingebracht hatten demnach Stadträte von AfD, CDU und dem „Bündnis Oberelbe“.
„Stolpersteine“ sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig und werden seit den 1990er-Jahren in Deutschland und ganz Europa verlegt, über 120.000 sollen es mittlerweile sein. In den Boden eingelassen erinnern sie an Opfer des NS-Regimes, fast immer werden sie vor dem letzten Wohnhaus der Betroffenen in den Gehweg eingelassen.
Für das Konzept gab es in den letzten Jahren viel Lob, aber auch Kritik, teils sogar aus den Reihen der Opfer und ihrer Nachkommen. So sagte Charlotte Knobloch, Holocaust-Überlebende und frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland bereits vor Jahren: „Die im Holocaust ermordeten Menschen verdienen mehr als eine Inschrift inmitten von Straub, Straßendreck und schlimmeren Verschmutzungen.“
Bei der Sitzung des Stadtrats von Heidenau am Donnerstag schien es unterschiedliche Motive für die Ablehnung der „Stolpersteine“ zu geben. Während ein lokaler Rechtsextremist sagte, „einzelne Schicksale sind traurig, aber alle Schicksale sind traurig“, argumentierte ein anderer ebenfalls mit dem Argument, die Opfer würden „mit Füßen getreten“. Ein AfD-Stadtrat soll laut „Bild“-Bericht gesagt haben: „In Berlin wird auf Stolpersteine gespuckt.“
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