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Richterbund verlangt mehr Tempo bei Digitalisierung der Justiz

Justicia, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Deutsche Richterbund (DRB) fordert mehr Tempo bei der Digitalisierung der Justiz. „Die Ausnahmesituation der Pandemie hat Lücken in der IT-Ausstattung der Gerichte offengelegt, die es zu beheben gilt“, sagte DRB-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Online-Verhandlungen in Zivilprozessen lasse das Gesetz seit Langem zu.

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Ein Ausweichen darauf sei bisher aber häufig an der fehlenden Technik gescheitert. „Inzwischen zeichnet sich ab, dass die Corona-Pandemie für einen Modernisierungsschub in vielen Gerichten und Staatsanwaltschaften sorgt“, so Rebehn. Das sei sehr zu begrüßen. Der Geschäftsführer schränkte jedoch ein: „Mündliche Verhandlungen im Gericht sollten und werden aber auch künftig die Regel bleiben.“ Video-Termine in Zivilprozessen mit zugeschalteten Streitparteien eigneten sich insbesondere für eher einfach gelagerte Standardfälle. „Die Unmittelbarkeit und die Öffentlichkeit der Gerichtsverhandlung bleiben die zentralen Grundsätze des Verfahrensrechts.“

Foto: Justicia, über dts Nachrichtenagentur

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