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PTBS-Fälle bei Bundeswehr weiter auf hohem Niveau

Bundeswehr-Soldat mit G36, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Fälle gemeldeter posttraumatischer Belastungsstörungen (PTBS) sowie versuchter Selbsttötungen bei der Bundeswehr befinden sich weiter auf einem hohen Niveau. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der FDP-Fraktion hervor, über welche die „Welt“ (Donnerstagsausgabe) berichtet. Demnach gab es von Januar bis Mai 81 neu diagnostizierte Fälle posttraumatischer Belastungsstörungen.

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Im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres hatte es 73 solcher Fälle gegeben. Die neuen Zahlen bedeuten also einen Anstieg um rund elf Prozent. In den vergangenen drei Jahren waren PTBS-Fälle in der Bundeswehr laut Statistik wieder leicht gestiegen. Den letzten Höchststand markierte das Jahr 2015 mit insgesamt 235 Fällen, danach sanken die Fallzahlen leicht, stagnierten zuletzt auf einem insgesamt weiter hohen Niveau. Im ganz extremen Fall kann PTBS zum Suizid führen – die Gründe für Selbstmorde sind aber vielfältig und sehr individuell. Insgesamt liegt die Zahl der Suizide von Bundeswehrangehörigen nach den Angaben des Verteidigungsministeriums ebenfalls auf einem hohen Niveau: Zwischen Januar und Ende Juni gab es acht vollendete sowie 35 versuchte Suizide unter Soldaten. In einem vergleichbaren Zeitraum 2019 hatte es etwas mehr vollendete Suizide (12) gegeben, aber weniger versuchte Suizide (29). Alexander Müller (FDP), in der Fraktion für das Thema Soldatenfürsorge zuständig, sagte der Zeitung: „Den Anstieg der versuchten Suizide kann man nur mit Bedauern zur Kenntnis nehmen. Wir brauchen eine weitreichende und andauernde Sensibilisierung in der Truppe und bei den Vorgesetzten für die Erkennung von und Hilfe bei psychischen Krankheiten.“

Foto: Bundeswehr-Soldat mit G36, über dts Nachrichtenagentur

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