Pro Asyl: Über zehn Millionen Ukraine-Flüchtlinge möglich

Helfer und Gastgeber warten auf Flüchtlinge aus der Ukraine, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Mehr als drei Millionen Menschen sind seit Kriegsbeginn aus der Ukraine geflohen. Wenn der Krieg nicht schnell enden würde, dann könne die Zahl der Geflüchteten bereits in den kommenden Wochen die Schwelle „von zehn Millionen überschreiten“, sagte Karl Kopp, Leiter Europa der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl, der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstagausgabe).

Je länger der Kriege dauere, umso mehr Geflüchtete würden dann auch nicht mehr zurückkehren in ihre Heimat, so Kopp weiter. Irgendwann sei das Trauma, das die Leute erfahren haben, so stark, dass man sich fragen müsse: „Kann man diesen Menschen überhaupt noch eine Rückkehr zumuten?“ Gerade kämen sehr viele Frauen, Kinder und viele alte kranke Menschen. Es seien auch Tausende nicht-ukrainische Studierenden geflohen. „Es werden auch Roma fliehen“, sagte Kopp.

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Bald werde man ein breiteres Spektrum von Geflüchteten haben. Es kämen auch „Gruppen, die sehr bedürftig, sehr vulnerabel sind“ – Waisenkinder, Bewohner von Behindertenheime, Krebskranke, die ihre Therapie nicht fortsetzen können. Notwendig sei deshalb eine schnelle Koordination der Verteilung in Deutschland. „Wir brauchen das auch europäisch.“

Das werde „eine große Herausforderung, aber es gibt keine Alternative“. Man müsse das schaffen. „Die Bereitschaft zu helfen ist sogar noch größer als 2015 und da war es schon phänomenal“, sagte der Pro-Asyl-Leiter. Der Staat, die Wohlfahrtsverbände und die Kirchen seien bei der Hilfe ganz zentral.

„Aber wir brauchen auch staatliche Strukturen, die den Privaten helfen“, damit man die Helfer nicht überfordere. Nötig sei zudem staatlich organisierter Schutz vor Gewalt und Ausbeutung der oftmals traumatisierten Geflüchteten. „Wir müssen Frauen und Kinder ganz besonders schützen, auch vor Männern, die Schlimmes im Schilde führen.“ An diesem Donnerstag wollen Kanzler Scholz und die Ministerpräsidenten über Aufnahme, Verteilung und Kosten sprechen.

Foto: Helfer und Gastgeber warten auf Flüchtlinge aus der Ukraine, über dts Nachrichtenagentur

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