Politologe kritisiert CDU-Vorstoß für Konsenskandidaten in Thüringen

Thüringer Landtag, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer hält die Forderung der CDU-Bundesspitze für abwegig, wonach Grüne oder SPD zur Lösung der Krise in Thüringen einen Kompromisskandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten vorschlagen sollen. „Es ist politisch naiv zu glauben, dass die Linkspartei auf ihren beliebten Kandidaten Bodo Ramelow zu Gunsten eines Kandidaten verzichten wird, der dann von Gnaden der CDU gewählt wird“, sagte Niedermayer dem „Handelsblatt“. Dies sei „doch absurd. Das macht die Linke nicht mit“, so der Politologe weiter.

Ohne die Linkspartei gebe es auch keine Mehrheit für diese Option. Auch von der Idee der CDU, einen parteiunabhängigen Kandidaten als Ministerpräsidenten vorzuschlagen, hält er nichts. „Das hat es in Deutschland noch nie gegeben“, so Niedermayer. Das kenne man aus anderen Ländern. In Italien habe es zum Beispiel schon Expertenregierungen gegeben. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Rot-Rot-Grün das mitmacht“, so der Politikwissenschaftler weiter. Er riet den Akteuren in Thüringen, den Weg für Neuwahlen freizumachen. „Das würde ich für die vernünftigste Lösung halten“, sagte Niedermayer. Wenn die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer „die nötige Autorität gehabt hätte, den Thüringer Landesverband auf die Linie des Bundesvorstands zu bringen, dann wäre die Lage eine andere und es würde auf Neuwahlen hinauslaufen“, so der Politologe weiter. Dass die Landes-CDU sich verweigert hat, führt er auf „machtpolitische Erwägungen“ zurück. Denn die Landespartei würde bei Neuwahlen „sehenden Auges in eine krachende Niederlage schlittern“, sagte Niedermayer dem „Handelsblatt“. Andererseits müsse aber die aktuell „festgefahrene Situation irgendwann bereinigt werden“.

Anzeige

Foto: Thüringer Landtag, über dts Nachrichtenagentur

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenUS-Börsen legen zu – Ölpreis sinkt deutlichNachrichtenLufthansa-Chef verteidigt Sparkurs an BordNachrichtenFratzscher kritisiert Audi-Chef für Trump-Auftritt
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NachrichtenEnergieökonom erwartet Strompreis-Normalisierung erst 2029NachrichtenAiwanger verteidigt Audi-Investition in den USA als alternativlosNachrichtenBekannt aus TV-Serie „Raumschiff Enterprise“: Walter Koenig ist totNachrichtenDax legt deutlich zu – Ifo-Index etwas besser als erwartetOldenburgSchülertreff 2.0 in Bloherfelde feiert fünfjähriges BestehenKulturGlobe-Festival verbindet Theater, Tanz, Film und Musik

Anzeige

StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKramermarktUOdMVerkehr
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok