Patientenbeauftragter schließt neues GKV-Sparpaket nicht aus

Patientenbeauftragter schließt neues GKV-Sparpaket nicht aus

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Stefan Schwartze, hält trotz der jüngsten Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) weitere Sparmaßnahmen zur Verhinderung von Beitragssatzerhöhungen für denkbar. „Ich kann nicht ausschließen, dass man an der Stelle nochmal darüber diskutieren muss“, sagte Schwartze am Dienstag auf dem Health Summit des Pro-Newsletters Gesundheit des Nachrichtenmagazins „Politico“. Mit dem im Juli beschlossenen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wollte die Bundesregierung Beitragssteigerungen vermeiden.

Man müsse sich fragen, ob man noch einmal eine weitere Sparrunde machen müsse oder ob man die Situation für das nächste Jahr stabilisiert bekomme, sagte Schwartze. Es dürfe nicht passieren, dass die Krankenkassen in eine Handlungsunfähigkeit geführt würden. Und in der wirtschaftlichen Situation sei es auch nicht ganz einfach, über weiter steigende Sozialversicherungsbeiträge zu reden.

Anzeige

Ob zusätzliche Maßnahmen erforderlich seien, hänge auch von den Ergebnissen des Schätzerkreises ab, sagte Schwartze. Das Gremium aus Fachleuten des Bundesgesundheitsministeriums, des Bundesamts für Soziale Sicherung und des GKV-Spitzenverbandes legt traditionell Mitte Oktober eine Prognose zur Finanzentwicklung der Krankenkassen vor. Die Schätzung bildet die Grundlage für die Festlegung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags im Folgejahr. Vor einem Jahr hatte das Gremium den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz für 2026 um 0,4 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent erhöht.

Die Bundesregierung versucht derzeit mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, die Ausgaben der Krankenkassen zu begrenzen und Einsparungen in Milliardenhöhe zu erzielen.

Kritik an der bisherigen Strategie kam von der Grünen-Bundestagsabgeordneten Paula Piechotta. „Ich glaube schon, dass es das verheerendste Fazit wäre, wenn man das ganze Land gegen sich aufgebracht hat, das gesamte Gesundheitswesen verwirrt hat und am Ende trotzdem die Beitragssteigerung kommt“, sagte Piechotta, die auch Mitglied im Haushaltsausschuss ist, auf dem POLITICO Health Summit. Dann habe man das Schlechteste aus allen drei Welten, und das wäre quasi das handwerklich Schlechteste, was man hätte machen können.

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenCDU-Abgeordneter mahnt mehr Führung in der Koalition anNachrichtenCCS-Experte kritisiert Reiches Pläne für CO2-Endlager unter NordseeNachrichtenMerz nennt Stimmen für AfD unvereinbar mit Werten der CDU
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NachrichtenEx-BND-Chef wehrt sich gegen VerratsvorwürfeNachrichtenUN: Über 200.000 Menschen im Jemen vertriebenNachrichtenDrohung gegen Rot-Rot-Grün: Reichinnek wirft Union „Bigotterie“ vorNachrichtenGrünen-Politikerin fordert verlässliche Daten zu LungenpestNachrichtenDIW: 2026 doppelt so viel Fläche verbrannt wie im ZehnjahresschnittNachrichtenReichinnek: „Als Reformen getarnten Sozialkahlschlag“ zurücknehmen

Anzeige

StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKommunalwahl 2026UOdMVerkehrFilmfest
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok