NRW-Justizminister warnt bei Clan-Kriminalität vor Stigmatisierung

Polizei, über dts Nachrichtenagentur

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Der neue NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) schlägt beim Thema Clan-Kriminalität andere Töne an als NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). „Wir müssen mit dem Begriff Clan-Kriminalität vorsichtig sein“, sagte er der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Montagsausgaben).

Man dürfe niemanden damit „stigmatisieren“. In diesen Familienverbünden bewegten sich auch Menschen, „die sich rechtstreu verhalten und die wir nicht mit den anderen in einen Topf werfen dürfen“, so Limbach. „Es besteht die Gefahr, dass ich mit der Stigmatisierung aller Mitglieder einer Großfamilie die Loyalität der Familie gegenüber sogar noch stärke. Ich bevorzuge daher den Begriff Organisierte Kriminalität. Das schließt familiäre Verbünde, aber zum Beispiel auch Rocker ein.“

Anzeige

Während Reul bei der Clan-Kriminalität auf einen kompromisslosen „Null-Toleranz-Kurs“ setzt, verweist Limbach auf Rechtsgrundsätze: „Ich stehe für eine unabhängige Justiz, deren Symbolfigur mit einer Augenbinde versehen ist. Vor der Justitia dürfen weder Herkunft noch Religion, Geschlecht, Einkommen, sexuelle Orientierung oder Identität, Alter, Hautfarbe oder Behinderung zählen.“ Daher sei ein Justizminister stets vorsichtig bei der Verwendung von Begriffen, die das Potenzial einer Stigmatisierung hätten.

Eine bestimmte Herkunft dürfe nicht automatisch zu einem Verdacht führen. Limbach unterstrich aber gegenüber der WAZ, dass er „eng und vertrauensvoll“ mit Reul zusammenarbeiten werde.

Foto: Polizei, über dts Nachrichtenagentur

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenVZBV registriert mehr Beschwerden wegen aufgedrängter VerträgeNachrichtenKlingbeil: Zuckersteuer auf Zero-Getränke wird nicht kommenNachrichtenVW will Marianne Heiß zurück in den Aufsichtsrat holen
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NiedersachsenMehrere Verletzte bei Verkehrsunfall in FaßbergNachrichtenBär hält Bundesregierung für „extrem stabil“NachrichtenGroßerben zahlen nur zwei Prozent SteuernNiedersachsenZwei Verletzte nach Unfallserie auf B3 bei BergenNachrichtenFrankfurter Flughafen-Mitarbeiter stirbt an MalariaNachrichtenUN-Bericht: Menschenrechtslage in Myanmar erreicht neuen Tiefpunkt
StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKommunalwahl 2026StadionneubauCäcilienbrücke
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok