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Motiv nach tödlicher Messerattacke in Würzburg weiter unklar

Polizeiabsperrung, über dts Nachrichtenagentur

Würzburg (dts Nachrichtenagentur) – Auch zwei Tage nach der tödlichen Messerattacke in Würzburg ist das Motiv des festgenommenen Täters weiter unklar. „Wir wissen nicht, ob der Mann unter einer psychischen Erkrankung leidet oder ob er vorsätzlich handelte“, sagte der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt der „Main-Post“.

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Der Hinweis „Allahu Akbar“ könne bedeuten, dass es sich um einen Terrorakt handele, müsse es aber nicht. Eine Einordnung sei aktuell noch nicht möglich. Bei der Tat am Freitag hatte ein 24-jähriger somalischer Staatsangehöriger in der Innenstadt von Würzburg drei Frauen getötet und mindestens fünf weitere Personen schwer verletzt. Während der Tatausführung soll er „Allahu Akbar“ gerufen haben.

Die Tatwaffe soll der Mann sich in der Haushaltswarenabteilung eines Kaufhauses beschafft haben, wo er auch die drei Frauen tötete. Die Polizei hatte ihn später mit einem Schuss ins Bein überwältigt. Die Behörden gehen von einem Einzeltäter aus. Der Somalier war 2015 nach Deutschland gekommen – im Rahmen eines Asylverfahrens erhielt er subsidiären Schutz.

Wohnhaft war er zuletzt in einer städtischen Obdachlosenunterkunft in Würzburg. Zuvor war er in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. In dieser sei aber entschieden worden, ihn nicht dortzubehalten, sagte der Oberbürgermeister der „Main-Post“. Seinen Angaben zufolge war der Täter der Polizei bekannt.

Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen der Tat laufen noch.

Foto: Polizeiabsperrung, über dts Nachrichtenagentur

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1 Kommentar

  1. W. Lorenzen-Pranger
    27. Juni 2021 um 12.36 — Antworten

    Was ist eigentlich an solchen Situationen immer wieder so „unklar“? Wir nehmen Menschen auf, die zu uns geflüchtet sind. Das ist im Prinzip gut so.
    Aber dann kommts. Diese Leute sind aus einer extrem existenziellen Krisensituation zu uns gekommen und traumatisiert. Darum wird sich schon mal nicht groß gekümmert. Diese Menschen kommen aus einem andereren kulturellen Umfeld und verstehen unsere Verhaltensweisen teilweise überhaupt nicht. Darum wird sich zu wenig gekümmert.
    Die Menschen sind hier großenteils vereinsamt. Darum wird sich nicht gekümmert –
    und am Schlimmsten ist doch, daß sie hierzulande dem alltäglichen Rassismus rund um die Uhr ausgesetzt sind. Man lese sich die Leserbriefe im in den entsprechenden Internetausgaben der Zeitungen doch mal durch – ALLER Zeitungen, die solch private Statement zulassen.
    Schon die Aussage des Würzburger Oberbürgermeisters Christian Schuchardt bestätigt den Alltagsrassismus letztendlich, denn wer sich fragt, ob eine psychische Erkrankung voliegt, obwohl sie doch bereits sogar durch eine zeitweise Einweisung in eine entsprechende Klinik bestätigt war, dem ist nun wahrhaft nicht mehr zu helfen. Einen Bürgermeister, der es nicht einmal schafft eins und eins zusammen zu zählen, den sollte man vielleicht eher nicht wählen?

    Und er kommt zu dem Ergebnis:
    „Nur ein Traum war das Erlebnis.
    Weil“, so schließt er messerscharf,
    „nicht sein kann, was nicht sein darf.“
    Christian Morgenstern

    Verdrängung, ob echt oder gespielt, hilft doch einer ganz bestimmten Klientel immer wieder davor – endlich Verantwortung zu übernehmen – und:

    „Der kleine Mann fürchtet nichts mehr, als Zusammenhänge zu begreifen…“
    Wolfgang Neuss

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