Lindner-Berater Feld kritisiert EZB 

EZB, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Lars Feld, ökonomischer Berater von Finanzminister Christian Lindner (FDP), fordert die Europäische Zentralbank (EZB) auf, ihr geplantes Programm gegen zu hohe Zinsaufschläge für italienische Staatsanleihen an Bedingungen zu knüpfen. „Wer außer der Reihe Geld von der Zentralbank will, muss bereit sein, eine Gegenleistung zu bringen“, sagte Feld dem „Spiegel“.

Dazu gehörten Reformen, „die von unabhängigen Institutionen überwacht werden, alles andere würde die Stabilität der Währungsunion gefährden“, so der Ökonom. Er bezweifelte zudem, dass ein entsprechendes Programm in der aktuellen Situation bereits erforderlich sei: „2012 musste Italien Zinsen von sieben Prozent und mehr zahlen.“ Das sei „eine andere Hausnummer als die drei Prozent, die heute im Durchschnitt fällig werden“, sagte der frühere Wirtschaftsweise. „Ich halte es deshalb für verfrüht, dass die EZB schon wieder mit dem Einsatz aller Abwehrinstrumente droht. Das ist mir zu alarmistisch.“ Die EZB habe die Inflation „verschlafen“, nun müsse sie aufpassen, dass sie „nicht von den Finanzpolitikern vereinnahmt“ werde, so Feld.

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„Der Notenbank ist es aus guten Gründen verboten, Kredite eines Landes unmittelbar aufzukaufen“. Setze sie sich darüber hinweg, könne sie nicht mehr wirkungsvoll gegen die Inflation kämpfen, was ihre Hauptaufgabe sei, sagte der frühere Wirtschaftsweise.

Foto: EZB, über dts Nachrichtenagentur

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