Klimaökonom bezweifelt mehr Klimapolitik unter Biden

E-Auto-Ladestation, über dts Nachrichtenagentur

Leipzig (dts Nachrichtenagentur) – Nach der Präsidentschaftswahl in den USA hat Klimaökonom Reimund Schwarze Donald Trump als Worst-Case-Szenario für den Klimaschutz bezeichnet. Gleichzeitig warnte er vor zu viel Optimismus in Bezug auf die Klimapolitik eines möglichen Präsidenten Joe Biden: „Biden verspricht nicht den Green New Deal und grenzt sich deutlich von einem nationalen Emissionshandel ab“, sagte der Klimaökonom vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig dem Nachrichtenportal Watson. „Der Glaube, dass er da viel ändern würde, ist politische Träumerei. Biden setzt fast ausschließlich auf die Förderung von Innovationen und Technologien.“

Bidens Ziel, die USA bis 2050 zur Klimaneutralität zu führen, sei leichtfertig dahingesagt. „Wenn es um die Umsetzung geht, sind das leere Versprechungen ohne konkrete Pläne.“ Die geplanten 500.000 Ladestationen für E-Autos beispielsweise seien für die USA extrem wenig. Obwohl Biden sich etwa für den Ausbau erneuerbarer Energien stark macht, sieht Schwarze Probleme bei der Umsetzung: „Schon Obama konnte seine klimapolitischen Ziele nur schwer umsetzten, weil er sie im Senat nicht durchsetzen konnte“, so der Klimaökonom. Nun säßen dort wahrscheinlich noch mehr Republikaner als zuvor, jedenfalls eine klare rote Mehrheit. „Wenn Biden gewählt wird, ist er ein flügellahmer Präsident, der ja ohnehin mit einem schmalen Klimaschutzprogramm startet.“ Dennoch hätte ein Wechsel in der Umweltpolitik „ein riesiges Potenzial“, weil die USA führend in der Umwelttechnologie seien, sogar noch vor China, so der Klimaökonom. Gleichzeitig hätten die USA den weltweit höchsten Pro-Kopf-Ausstoß an Emissionen.

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Foto: E-Auto-Ladestation, über dts Nachrichtenagentur

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