Jagdverband: Waldbrände kommen von falscher Forstwirtschaft

Jägersitz, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die aktuellen Waldbrände in Deutschland nennt der Sprecher des Deutschen Jagdverbandes, Torsten Reinwald, menschengemacht. „Wir haben ein Problem mit Monokulturen“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgaben).

Das bedeutet: Viele deutsche Wälder, im Osten mehr als 50 Prozent der Wälder, bestehen aus Bäumen derselben Art und desselben Alters auf großen Flächen, vor allem Kiefern und Fichten, die schneller brennen als Mischwälder, etwa mit Buche oder Eiche. Die seien dort nach dem Zweiten Weltkrieg gepflanzt worden. „Das wird uns jetzt zum Verhängnis. Da kann sich das Feuer explosionsartig vermehren, das wäre in einem Mischwald anders.“

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Reinwald kritisierte den Umgang mit der Forstwirtschaft in den letzten Jahrzehnten: „40 Jahre lang sollten Forstbetriebe möglichst wirtschaftlich sein, Arbeitsplätze wurden wegrationalisiert, bundesweit wurden 60 Prozent der Forstwirte entlassen, die bräuchten wir jetzt eigentlich“, sagte er. „Es müssten jetzt fünf Milliarden Bäume gepflanzt und auch gepflegt werden.“ Dabei müssten alle zusammenarbeiten. „Der Wald brennt, weil wir 40 Jahre lang falsche Forstwirtschaft gemacht haben aus heutiger Sicht“, drängte er.

Um das zu ändern, müsste auch politisch etwas passieren: „Der Forstwirt sollte Geld für die Förderung von Artenvielfalt bekommen, nicht nur für Holzproduktion.“

Foto: Jägersitz, über dts Nachrichtenagentur

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