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Israels Außenminister befürchtet nukleare Eskalation im Nahen Osten

Tempelberg mit Felsendom in Jerusalem, über dts Nachrichtenagentur

Jerusalem (dts Nachrichtenagentur) – Israels Außenminister Yair Lapid warnt vor einer nuklearen Eskalation im Nahen Osten. „Ein nuklear bewaffneter Iran würde den gesamten Nahen Osten in ein atomares Wettrüsten stürzen“, sagte er der „Welt“ (Freitagausgabe).

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Sollte der Iran die Atombombe bekommen, wären er und seine Stellvertreter ermutigt, terroristische Aktivitäten in der ganzen Welt, auch in Europa, weiter zu verstärken. Lapid forderte daher einen „Plan B“ zu den derzeitigen Wiener Verhandlungen über eine Wiederbelebung des Atomabkommens von 2015. Ein solcher sollte auch eine militärische Option beinhalten: „Schließlich muss eine glaubwürdige militärische Drohung auf den Tisch. Wenn die Iraner glauben, dass die Welt nicht ernsthaft die Absicht hat, sie zu stoppen, werden sie auf die Bombe zusteuern. Wir müssen deutlich machen, dass die Welt dies nicht zulassen wird“, sagte Lapid. An eine Verhandlungslösung glaubt der israelische Außenminister demnach nicht. Der Iran sei nicht an einem guten Abkommen interessiert, sagte der Diplomat. „Er ist an der Aufhebung der Sanktionen interessiert, damit er weiterhin seine Terror-Handlanger im gesamten Nahen Osten finanzieren und sein Atomwaffenprogramm vorantreiben kann“, sagte er der „Welt“. Ein „gutes Abkommen“ müsse aus israelischer Sicht „die nukleare Bedrohung durch den Iran dauerhaft und umfassend“ beseitigen. Zudem sollte es auch „die Beschaffung ballistischer Raketen durch den Iran, die Weitergabe präzisionsgelenkter Munition an terroristische Organisationen und andere subversive Umtriebe in der Region unterbinden“. Die Welt müsse dem Iran klarmachen, dass er keine andere Wahl habe, „als seine illegalen nuklearen Ziele aufzugeben“. Als weitere Druckmittel dazu fordert Lapid verschärfte Sanktionen und eine härtere politische Gangart: „Der Iran muss diplomatisch und politisch isoliert werden“, sagte er der „Welt“.

Foto: Tempelberg mit Felsendom in Jerusalem, über dts Nachrichtenagentur

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